Twitter: Ist der Hype bald vorbei?

Die Software-Firma HubSpot hat die dritte Ausgabe ihrer Studie "State of the Twittersphere" veröffentlicht. Die Zahlen sind für den Kurznachrichtendienst nicht allzu positiv. Laut der Studie verlangsamt sich das Wachstum der Twitter-Nutzerzahlen deutlich und auch die Zugriffe auf die Twitter-Website sinken. Die Top-Twitterer werden aber immer aktiver. Die Zuwachsrate neuer Nutzer sank im Oktober 2009 auf ein Plus von 3,5 Prozent. Im März 2009 lag die Wachstumsrate noch bei 13 Prozent.

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Laut dem Online-Marktforschungsunternehmen Comscore sanken auch die Seitenzugriffe auf Twitter.com in den USA im Oktober 2009 erstmals im Monatsvergleich, und zwar um acht Prozent. Laut Comscore bedeutete dies einen Rückgang von ca. 20,9 Mio. Unique Usern im September auf 19,2 Mio. Nutzer im Oktober 2009.

Für die "State of the Twittersphere"-Studie wurden von HubSpot über fünf Millionen Twitter-Konten und über sechs Millionen einzelne Tweets analysiert. Daraus ergibt sich, dass der durchschnittliche Twitter-Nutzer aktuell rund 300 Follower hat. Im Juli 2009 waren das noch 70. Außerdem folgt der Durchschnitts-Twitterer mittlerweile rund 173 anderen Twitter-Konten. Auch hier eine deutliche Steigerung von 47 im Juli 2009. Die durchschnittliche Zahl an veröffentlichten Tweets pro Account liegt mittlerweile bei 420 im Vergleich zu 119 im Juli 2009.

HubSpot stellt außerdem fest, dass die Twitter-Nutzer im Durchschnitt mehr Daten bei Twitter hinterlassen. Das heißt, immer mehr Twitter-Nutzer geben ihre Web-Adresse oder ihren Standort an. Daraus lässt sich immer besser eine geographische Zuordnung der Twitter-Konten ablesen. So kamen im Juli 2009 15 Prozent der Top-20-Twitter-Konten von außerhalb Nord-Amerikas. Im Januar 2010 sind es bereits 40 Prozent. Ob dies daran liegt, dass sich mehr Nutzer außerhalb Nord-Amerikas anmelden oder daran, dass bereits angemeldete Nutzer außerhalb Nord-Amerikas ihre Profil-Infos um den Standort ergänzt haben, lässt sich nicht beurteilen.

Die Studie diagnostiziert außerdem, dass die große Mehrheit der Nutzer nur kleine Twitter-Netzwerke hat. So würden 82 Prozent der Twitterer weniger als 100 Follower haben und 81 Prozent würden auch weniger als 100 anderen Twitter-Konten folgen. Da, wie erwähnt, der durchschnittliche Twitterer aber bereits rund 300 Follower hat und 173 anderen Twitter-Konten folgt, Tendenz steigend, bedeutet dies, dass es relativ wenige Twitter-Konten mit weit überdurchschnittlichen Follower-Zahlen geben muss. Außerdem gibt es einige wenige Twitterer, die extrem vielen anderen folgen.
Fazit: Man kann mutmaßen, dass Twitter nach wie vor ein Phänomen für einen relativ begrenzten Kreis von Personen ist. Dieser Kreis ist bei Twitter aber immer aktiver, folgt mehr Leuten, wird mehr gelesen und produziert mehr Tweets. Der Durchbruch zum Massenphänomen steht aber nach wie vor aus und wird wegen der abflachenden Wachstumskurve nicht eben wahrscheinlicher. Twitter bleibt vorerst ein Insider-Ding.

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