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Kandidaten beim Spiegel stehen fest

Beim Spiegel stehen die Kandidaten für die Führung der Mitarbeiter KG fest. Bis zum 9. März kann gewählt werden. Die KG ist ein wichtiger Machtfaktor im Hause. Sie war zuletzt an den Abgängen von Chefredakteur Stefan Aust und Geschäftsführer Mario Frank wesentlich beteiligt. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, aber mit der Medienkrise steht die Mitarbeiter KG vor neuen Herausforderungen. MEEDIA sagt, wer aktuell für die wichtigen Posten beim Spiegel kandidiert.

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Immerhin gehören der Mitarbeiter KG 50,5 Prozent am Verlag. Sie ist damit der größte Anteilseigner vor Gruner + Jahr (25,5 Prozent) und den Augstein-Erben (24 Prozent). Der aktuelle Sprecher der Geschäftsführung der Mitarbeiter KG, Wirtschafts-Ressortleiter Armin Mahler, stellt sich erneut zur Wahl. Neben ihm kandidieren für die Redaktion Kultur-Redakteurin Marianne Wellershoff, ebenfalls aktuell in der Geschäftsführung, und Dietmar Pieper. Die Redaktion entsendet insgesamt zwei Vertreter.

Für die Dokumentation (stellt einen Geschäftsführer) kandidieren Dr. Helmut Bott, Bertolt Hunger, Jan Kerbusk und Mario Schmidt. Für den kaufmännisch-technischen Bereich (stellt zwei Geschäftsführer) kandidieren der Controller Rainer Buß (aktuell auch in der GF), der Leiter des Vertriebsmarketings, Thomas Hass (aktuell auch in der GF), und Johannes Varvakis. Die bisherige Co-Geschäftsführerin für die Dokumentation, Cordelia Freiwald, ließ sich nicht mehr zur Wahl aufstellen. Vom 2. bis 4. Februar werden die Kandidaten den KG-Mitgliedern vorgestellt.

Die aktuelle Wahl dürfte wesentlich ruhiger ablaufen als die vergangene. 2007 ließ sich auch der damalige Leiter des Berliner Spiegel-Büros, Gabor Steingart, zur Wahl stellen. Steingart galt vielen intern als eine Art verlängerter Arm von Chefredakteur Stefan Aust. Vor allem der damalige KG-Sprecher und Madrid-Korrespondent Thomas Darnstädt positionierte sich gegen Steingart, und es kam zu einem heftigen Wahlkampf. Am Ende wurden beide nicht gewählt. Mahler und Wellershoff hätten die Wahl mit deutlichem Abstand gewonnen, hieß es.

Die Mitarbeiter KG spielte eine entscheidende Rolle bei dem Abgang des langjährigen Spiegel-Chefs Stefan Aust. Auf ihre Initiative hin wurde beschlossen, den Vertrag mit Aust nicht mehr über den 31. Dezember 2008 hinaus zu verlängern. Am 5. Februar dann wurde er durch Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo als Chefredakteurs-Tandem ersetzt. Auch der von Gruner + Jahr gekommene Geschäftsführer des Spiegel-Verlags, Mario Frank, musste nach Differenzen mit der Mitarbeiter KG seinen Hut nehmen. Er wurde im September durch den ehemaligen Stern-Geschäftsführer Ove Saffe ersetzt.
Seither ist der Spiegel-Verlag wieder zur Ruhe gekommen, zumindest was das Führungspersonal betrifft. Wegen der anhaltenden Medien- und Anzeigenkrise wird die Mitarbeiter KG aber künftig womöglich noch unangenehme Entscheidungen zu treffen oder mitzutragen haben. Die Wahl dürfte darum auch diesmal mit Spannung verfolgt werden und auch als ein Gradmesser für die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der aktiven Personalpolitik der KG zu werten sein.

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