Fachzeitschriften verlieren 24% Werbeumsatz

Die Fachzeitschriftenverlage haben das Jahr 2009 mit einem dicken Minus in der Werbeumsatz-Bilanz abgeschlossen. Laut der aktuellen Zahlen der VU Meynen, basierend auf 430 Zeitschriften aus 54 Branchen, lag das Minus am Ende bei 24,3%. Besonders in den Branchen Automobiltechnik, Industrie allgemein und Metallbearbeitung ging es drastisch nach unten. Kleiner Trost: Die letzten drei Monate des Jahres liefen nicht mehr ganz so schlecht wie die Monate Januar bis September.

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So fiel der Rückgang laut der Auswertung der Vertriebsunion Meynen seit Oktober moderater aus als erwartet. Gerettet hat diese Entwicklung das Jahr aber nicht mehr: Nach neun Monaten lag das Minus bei 25%, nun also bei 24%. Die miserabelsten Zahlen des Jahres muss dabei das Segment der Automobiltechnik erdulden. Die 12 ausgewerteten Fachzeitschriften verloren 45,1% ihres Brutto-Werbeumsatzes. Marktführer Automobilwoche kam dabei mit einem Minus von 32,8% davon. Ebenfalls deutlich überdurchschnittlich verloren die Branchen Industrie allgemein (-41,4%), Metallbearbeitung (-39,9%) und Blechverarbeitung (-37,6%).

Umsatzstärkstes Segment bleibt in der Statistik die Wirtschaftspresse, zu der die VU Meynen allerdings auch einige Publikumszeitschriften wie die Wirtschaftswoche und Capital zählt. Immerhin sechs Branchen konnten im Krisenjahr 2009 sogar zulegen: Das Segment Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit gewann 12,0%, die Energieversorgung 3,6%, die Floristik 1,1%, das Malerhandwerk 2,9%, die Medizintechnik 10,6% und die Fachzeitschriften zum Thema Schmuck/Uhren 9,0%. Bis auf die Branche Energieversorgung gehören die Gewinner aber allesamt nicht zu den umsatzstärksten Branchen.

Unter den 20 umsatzstärksten Titeln der VU-Meynen-Statistik findet sich im Jahr 2009 kein einziger Gewinner. Am glimpflichsten kamen noch die Deutsche Handwerks Zeitung mit einem Rückgang von 1,4% und die Lebensmittel Zeitung mit einem Minus von 6,3% davon. Die heftigsten Umsatz-Verluste verzeichnen die VDI nachrichten (-64,3%), Produktion (-39,6%) und die VerkehrsRundschau (-39,3%). Ganz vorn bleibt die WirtschaftsWoche vor der Lebensmittel Zeitung und Capital:

Gewinner gibt es erst weiter hinten: internet World Business gewann 9,9% auf nun 3,601 Mio. Euro hinzu, die Rundschau für den Lebensmittelhandel legte um 11,4% auf nun 3,489 Mio. Euro zu und GIT Sicherheit + Management steigerte seinen Brutto-Werbeumsatz um 17,5% auf nun 2,914 Mio. Euro.

Wie auch bei den Zahlen von Nielsen Media muss auch zu den Statistiken der VU Meynen natürlich angemerkt werden, dass es sich um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden also als bezahlte Werbung gewertet. Die tatsächlichen Netto-Umsätze könnten also noch dramatischer aussehen.

Ob es im Jahr 2010 für die Fachzeitschriftenverlage so bitter weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu prognostizieren. Michael J. Rebelein von der VU Meynen dazu: "Schenkt man den ersten, zaghaften Meldungen der Medien im neuen Jahr Gehör, wird 2010 ein ‚harter Brocken‘. Dennoch überwiegen Hoffnung und Zuversicht. Einen ersten Trend wird vermutlich die Hannover-Messe für die Industrie setzten."

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