Verleger: Google manipuliert Trefferlisten

Manipulierte Trefferlisten zugunsten von eigenen Produkten und Kooperationspartnern: Das ist nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung der Kernvorwurf, den die deutschen Zeitschriftenverleger vor dem Kartellamt gegen Google erheben. Julia Holtz, Leiterin Kartellrecht bei Google Deutschland, entgegnet: "Niemals würden wir unsere eigene Suche für Geschäftspartner manipulieren." Zudem verlangen die Verleger eine Prüfung der Verwendung für Nachrichten-Auszügen in "Google News".

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Eckhard Bremer, der als Anwalt den Verband deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) vertritt, sagte der SZ, Ziel der Beschwerde sei eine "wettbewerbskonforme Lösung unter Aufsicht des Bundeskartellamts." Ein Sprecher der Behörde sagt, die Einreichung der Beschwerde sei "keinesfalls mit einer etwaigen Verfahrenseinleitung" gleichzusetzen. Dem Kartellamt liegen zwei weitere Beschwerden von Medienunternehmen gegen Google vor.
Zu den Vorwürfen der Verleger gehört, dem Bericht zufolge, auch Googles Verwendung von Textauszügen in "Google News". Dabei handele es sich um eine "kreative Eigenleistung der Verlage, mit der Google das eigene Angebot attraktiver macht", sagte Bremer der SZ. Von einer erhofften Beteiligung an Googles Milliarden-Gewinnen ist dabei nicht ausdrücklich die Rede; zweifellos haben die Verleger aber genau das im Sinn.
Gegenüber dem Tagesspiegel betont Hans-Joachim Fuhrmann vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, man wolle das Tischtuch nicht zerschneiden: "Uns ist bewusst, dass wir Google brauchen und dass es gute Geschäftsbeziehungen gibt. Aber gerade unter Geschäftspartnern muss es möglich sein, auch Probleme aufs Tapet zu bringen."
Unterdessen wurde bekannt, dass das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen Google eingeleitet hat. Dabei geht es aber nicht um die Verlagsbeschwerden, sondern mittelbar um das Verfahren, das Konkurrent Microsoft gegen die Suchmaschine angestrengt hat. Wie die Wirtschaftswoche exklusiv berichtet, werden danach Vorwürfe im Zusammenhang mit einer nicht zustande gekommen Verlängerung eines Werbevertrags mit der Microsoft-Tochter Ciao. Der Konzern sieht hierin eine Reaktion von Google auf die eingereichte Beschwerde. Sollte dies im Kartellverfahren nachgewiesen werden, droht Google ein Bußgeld in Millionenhöhe.

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