NY Times: „Paywall“ und Apple-Kooperation

Die Bezahlschranke bei der New York Times geht in Kürze herunter: Das Wochenmagazin New York berichtet, dass ein System für sogenanntes "metered payment" bei der Website der weltgrößten Zeitungsredaktion kurz vor der Praxisreife steht. Im gleichen Bericht, der sich auf verschiedene Insiderquellen beruft, wird spekuliert, die Einführung könnte mit dem Launch von Apples Tablet-Computer ("iSlate") einhergehen. NYT und Apple arbeiten offenbar an einer Content-Vereinbarung.

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Dass die NYT "paid content" (wieder) einführen wird, steht seit Monaten außer Frage; Branchenkollegen in aller Welt warten aber gespannt auf die Ausgestaltung bei der in vielen Aspekten führenden Zeitung des Globus. "Metered payment" bedeutet, dass dem Kunden eine festgelegte Anzahl von Artikeln frei gezeigt wird, bevor er zur Kasse – und zwar wahrscheinlich in verschiedenen Abo-Varianten – gebeten wird. Damit würde sich die NYT gegen das vom Wall Street Journal entwickelte Modell (Trennung von freien und exklusiven Inhalten) und gegen ein starres Abo-Schema entscheiden.
Bis zuletzt gab es im Unternehmen starke Stimmen gegen "paid content", um mit der enormen Reichweite der Seite – es soll weltweit 20 Millionen Nutzer geben – weiter auf Werbung zu setzen. Offensichtlich hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass Aufwand und Anspruch des Hauses so auf Dauer nicht zu halten wären.
Mit "metered payment", das die englische Financial Times eingeführt hat, könnte es gelingen, die Millionen Gelegenheits-Leser bei der Stange – und Werbung auf den Seiten – zu halten, während regelmäßige Nutzer zahlen. Die Bereitschaft dazu wird in vielen Marktforschungs-Studien bezweifelt; allerdings kann wohl keine andere Zeitung so berechtigt auf eine Ausnahmestellung hoffen wie die New York Times.

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