Spiegel TV Magazin jetzt auch im Web

Das 1988 bei RTL gestartete Spiegel TV Magazin gilt als eine der großen crossmedialen Erfolgsgeschichten. Im Internet fristete die vielbeachtete wöchentliche Sendung bisher aber ein Schattendasein. Die Vorschau auf die jeweils aktuelle Folge fand sich auf der Spiegel Online-Homepage nur ganz unten über der Service-Rubrik angeteasert; es fehlte an Video-Trailern und akuellen Infos zur Sendung. Seit Mittwoch ist dies anders: Das Magazin hat eine eigene Subdomain, die ein Filmarchiv und das TV-Programm enthält.

Anzeige

Schlicht und übersichtlich kommt die Site daher, im zweispaltigen Design, das alles Wesentliche auf einen Blick sichtbar macht. Dabei sind die Beiträge der zuletzt gesendeten Magazin-Folge mit großen Vorschaubildern verlinkt, darunter folgen die Archivbeiträge. Bevor User den Film sehen können, wird ein kurzer Werbespot eingeblendet. Ein nettes Gimmick ist eine Langzeitarchiv-Box, die jeweils einen vor 20 Jahren gesendeten Film aus der Versenkung holt.
Das ist vor allem für Insider eine spannende und manchmal spaßige Angelegenheit, können sie hier doch verfolgen, wie bei Spiegel TV die Bilder laufen lernten. Strenge Filmsprache, spärliche Ausleuchtung, Verzicht auf Schnitte innerhalb der Szenen und Interviews, Betroffenheitskommentare aus dem Off – vieles ist auch beim konservativen Magazin seither anders, moderner und konsumierbarer geworden.
Die Site wird inhaltlich von der TV-Redaktion gepflegt, die nun auch eine dezidierte Vorschau auf die kommende RTL-Sendung liefert. Außerdem können die populärsten Beiträge in einer Übersicht "meist gesehen" und "meist verschickt" abgerufen werden, auch wenn es bei der Sortierung technisch derzeit noch hakt.
Die Perlen in der Mediathek des Magazins muss sich der Nutzer allerdings mühsam erklicken, denn eine Suche für Videobeiträge liefert Spiegel Online nicht – für den Marktführer unter den Premium-Portalen ist das eigentlich etwas ärmlich. Auch die Einbindung des Magazin-Channels in die Homepage wirkt kryptisch: Die Sub-Seite ist unter der Rubrik Video einsortiert und signalisiert in keiner Weise, dass es sich um aufwändig produzierte Fernsehfilme handelt. Und wer nicht gerade über die Magazin-Domain direkt auf die TV-Page gelangt, findet bei Spiegel Online keinen Hinweis auf die neue Site, sondern wird zu Spiegel TV, einem Sammelbecken für alles Bewegte, geleitet.
Da gibt es sicherlich noch Optimierungs- und Abstimmungsbedarf, damit die Fernsehinhalte sicht- und nutzbarer werden. Auch vom Web 2.0 ist der Magazin-Auftritt noch weit entfernt: Anders als beim News-Portal gibt es keine Foren, auch Bewertungsmöglichkeiten fehlen. Aber immerhin: Der Anfang ist gemacht.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige