„Die Model-WG“: Zickenkrieg reloaded

ProSieben beherbergt für die nächsten zwei Monate sechs Models in einem Kölner Luxus-Loft. Stets mit dabei: die Kamera. Fünf der Mädchen kennt man bereits aus Heidi Klums "Germanys next Topmodel". Betreut werden die Nachwuchsmodels von Peyman Amin, der vor kurzem erst aus der Klum-Jury flog. Das Format soll die Herausforderungen des Model-Alltags zeigen. Vieles wirkt aber doch allzu inszeniert. Alles läuft auf einen Zickenkrieg hinaus. Start ist heute Abend zur Primetime um 20.15 Uhr.

Anzeige

Eins vorweg: Dass ProSieben so lange damit gewartet hat, ein Spin-Off von Heidi Klums "GNTM" zu entwickeln, wundert sehr. Immerhin sorgte die Casting-Show stets für gute Quoten. Und Zuschauer, die so lange mit den Mädchen mitgefiebert haben, wollen sicherlich auch wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Insofern kommt die "Model-WG" eigentlich fast zu spät, wird wohl aber trotzdem ein Erfolg.
Folge eins beginnt mit der Ankunft der Models in dem 400 Quadratmeter-Loft in Köln. Anni (2. Staffel), Denise (2. Staffel), Larissa (4. Staffel), Sarina (4. Staffel), Tessa (4. Staffel) und Aline Annabelle, die nicht in Heidi Klums Show war, sondern sich seit gut zwei Jahren in der Model-Welt bewegt, freunden sich mit der neuen Luxus-Umgebung an. Ihr Ziel: Aufträge in New York. Model-Agent Peyman Amin soll die Mädchen dabei unterstützen und ihre Karriere anschieben.
Die Spielregeln lauten: "Kein Job, kein Loft." Wer sich nicht voll reinhängt, kann gehen. Dabei ist "eine gute Figur natürlich sehr wichtig", sagt Peyman. Die Fleischbeschauung kann beginnen. Immer wieder werden die Maße der Models eingeblendet. Der Zuschauer soll wohl überwachen können, dass die Mädels auch ja ihre Traummaße halten. Damit setzt sich ProSieben offenbar ganz bewusst über die Diskussion um Mager-Models hinweg.
Die Rollen in der WG sind schnell verteilt. Der Sender hat bei der Auswahl der Mädchen für genügend Erzählstränge gesorgt. Anni ist die WG-Mutti. Sie kümmert sich, macht morgens Frühstück und behütet vor allem das Nesthäkchen Sarina. Denise ist mit ihrer "etwas anderen Art" – wie schon in "GNTM" – die Außenseiterin. Aline hat die meiste Model-Erfahrung. Die übrigen Mädchen schauen neidisch auf ihr Model-Buch und ihre Aufträge. Allen voran Tessa, die sich sofort das Etikett der Oberzicke anheftet und die seit der letzten Staffel "GNTM" eine Intimfeindschaft mit Larissa verbindet.
Neid ist das Prinzip der "Model-WG", und die Mädels springen folgsam drauf an – der Zickenkrieg nimmt seinen Lauf: "Ich glaube schon, dass Peyman die Aline bevorzugt", lästert Tessa ganz im Sinne der Dramaturgie, als die Konkurrentin für einen Job ausgewählt wird. Nichts wird dem Zufall überlassen. Die Redaktion hat sogar bestimmt, wer neben wem im Bett schläft. Und – wen wundert’s: Tessa und Larissa teilen sich eine Matratze.
Fest steht: Ob man das "Ausschlachten" der "GNTM"-Verliererinnen moralisch nun gut findet oder nicht, die Zutaten für die "Model-WG" stimmen. Die Protagonistinnen polarisieren, was sicherlich für viel Gesprächsstoff auf dem Schulhof, in der Mensa oder im Büro sorgen wird.
Die Serie fügt sich nahtlos in die momentan angesagte Reihe von Scripted Reallity ein. Sie soll das echte Leben abbilden, doch der Zuschauer merkt schnell, dass viel inszeniert ist oder dass zumindest ordentlich nachgeholfen wird, um spannende Geschichten anzuschieben. 

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige