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Medienarchiv68: Springer macht Ernst

Der Axel Springer-Verlag lässt den Ankündigungen Taten folgen: Am Sonntag geht das Archiv mit sämtlichen Artikeln der Springer-Zeitungen zu den Studentenprotesten der 68er-Ära online. Das Unternehmen folgt damit einer Initiative von "Welt"-Chefredakteur Thomas Schmid, der 2009 den Dialog mit den einstigen Protestler gesucht hatte, jedoch mit der Neuauflage eines "Springer-Tribunals" gescheitert war. Der Datenbestand von 5.900 Artikeln aus den Jahren '66 bis '68 wird für jedermann zugänglich sein

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Die Artikel sind unter www.axelspringer.de/medienarchiv68 verfügbar und sollen zeigen, wie die Redaktionen von Axel Springer über die 68er-Bewegung berichtet haben. "Mit dieser umfangreichen Datenbank wird jedem Interessierten der unkomplizierte Zugriff auf die Originalquellen ermöglicht, um sich selbst ein Bild zu machen", so ein Verlagssprecher.
 
„Wir möchten wissen, wie es damals wirklich war“, so lautete bereits am 2. Juli 2009 die Begründung von Vorstandschef Mathias Döpfner, als er zum „Springer-Tribunal 2009“ einlud. Auf der Veranstaltung sollte diskutiert und analysiert werden, welche Rolle die Zeitungen des Verlags Axel Springer, aber auch andere Publikationen und die Akteure der Studentenbewegung 1968 spielten.
 
Maßgebliche Zeitzeugen und Beteiligte der 68er-Bewegung wiesen das Gesprächsangebot jedoch zurück. Thomas Schmid entgegnete: „Damit ist die Diskussion nicht beendet. Wir werden es uns nicht nehmen lassen, über die damaligen Geschehnisse zu diskutieren, wann, wo und wie wir das für richtig halten.“ Laut Verlag haben 2009 zwei Meldungen gezeigt, wie wichtig es sei, sich mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte zu beschäftigen: Karl-Heinz Kurras, der den Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 erschoss, war ein inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit. Und der Dutschke-Attentäter Josef Bachmann hielt enge Kontakte zu Neonazis.
 
Für das Medienarchiv68 wurden alle relevanten Artikel zur Studentenbewegung aus folgenden damaligen Medienangeboten des Unternehmens gesammelt: Berliner Morgenpost, Bild, B.Z., Die Welt, Hamburger Abendblatt, Welt am Sonntag, Bild am Sonntag. Zudem kann die Berichterstattung dieser Blätter punktuell mit der von Konkurrenzzeitungen wie Tagesspiegel und Telegraf verglichen werden.

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