AOL: Zwischen Mashable und Microsoft

Viele Spekulationen zu Jahresbeginn beim Börsenrückkehrer AOL: Nach Meldungen verschiedener Blogs soll sich die frühere Time Warner-Tochter in Übernahmegesprächen mit dem viel beachteten Technologieblog Mashable befinden. Auch andere Verhandlungen könnten bald in Arbeit sein: AOL-CEO Tim Armstrong äußerte sich auffallend offen zum baldigen Ende der Suche-Vermarktung mit Google. So soll auch Microsoft eine faire Chance bekommen, hieß es. Eine Einladung zu mehr als nur dem Suchgeschäft?

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Viel Spekulationen zu Jahresbeginn beim Börsenrückkehrer AOL: Nach Meldungen verschiedener Blogs soll sich die frühere Time Warner-Tochter in Übernahme-Gesprächen mit dem viel beachteten Technologieblog Mashable befinden. Auch andere Verhandlungen könnten bald in Arbeit sein: AOL-CEO Tim Armstrong äußerte sich auffallend offen zum baldigen Ende der Suche-Vermarktung mit Google. So soll auch Microsoft eine faire Chance bekommen, hieß es. Eine Einladung zu mehr als nur dem Suchgeschäft?
 

Es ist ein bisschen, als kehrten die 90er Jahre zurück.  Apple und Microsoft bestimmten die Schlagzeilen – und immer öfter wieder AOL. Seitdem der einst weltweit führende Anbieter von Internet-Zugängen Mitte Dezember an der New Yorker Börse NYSE gelistet ist, vergeht kaum eine Woche ohne neue Gerüchte. Der weit verbreitete Messaging-Dienst AIM könnte ebenso verkauft werden wie das Social Network Bebo, hieß es.

Doch es geht auch anders herum: Wie das Klatschportal "Valleywag" vermeldet, könnte AOL, das nun alles auf Content setzt, selbst eine der heißesten Seiten des Webs übernehmen – das Social Media-Branchenportal "Mashable", das im vergangenen Jahr zeitweise sogar mehr Besucher aufweisen konnte als "TechCrunch". Alpha-Blogger Robert Scoble vermeldet den Scoop schon als "done deal": "Meine Quellen bestätigen, dass Mashable an AOL verkauft wird".

Doch so weit ist es noch lange nicht, wie Gründer Pete Cashmore betont: "Wir sind offen für Partnerschaften und sprechen mit vielen potenziellen Partnern. Allerdings haben die Gespräche keinen Punkt erreicht, der Mashables Unabhängigkeit beendet", erklärte der smarte Schotte – was alles und nichts heißen muss.

Kommt Google bei der Suche noch mal zum Zuge?

Ebenfalls sehr offen erscheinen andere, für AOL weit entscheidendere Gespräche. In diesem Jahr könnte die langjährig bestehende Suche-Partnerschaft mit Google enden, die AOL in der Vergangenheit einträgliche Mittelzuflüsse sicherte. Keine Frage: Google wird 2010 weniger bezahlen wollen.

Während der bei weitem wertvollste Internetkonzern der Welt laut Vorstandschef Tim Armstrong weiter der erste Gesprächspartner bleibt, sollen aber auch Bieter angehört werden: "Microsoft und andere sind ebenfalls sehr interessante Gesprächspartner", wurde der AOL-CEO gestern am Rande der "Media & Telecommunications Conference" des Finanzdienstleisters Citi zitiert. Mangelndes Interesse klingt anders.    

Greift Microsoft bei AOL zu?

Tatsächlich spekuliert die Wall Street schon länger über gestiegenes Interesse aus Redmond – nicht zuletzt, nachdem AOL nach dem eigenen Börsengang mit 2,6 Milliarden Dollar alles andere als teuer ist: "AOL ist auf dem gegenwärtigen Niveau ein Traum eines jeden Private Equity-Investors", erklärte der renommierte Ex-Hedgefund-Manager James Altucher Ende Dezember in seinen Vorhersagen für dieses Jahr.

"Microsoft greift zu, wenn sich der Rauch nach dem Börsengang verzogen hat". Sind die Gerüchte um Mashable in Wirklichkeit also nichts anderes als solche Rauchzeichen, um von dem eigentlichen Schauplatz abzulenken? Die AOL-Aktie notiert bei knapp 25 Dollar immerhin schon mal 7 Prozent höher als beim IPO vor einem Monat.

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