Groupon – der neue Shopping-Trend

Es erinnert an die seligen Web 2.0-Zeiten: Eine US-Geschäftsidee schließt eine hohe Finanzierungsrunde ab, und hierzulande entsteht sofort eine Vielzahl an Klonen. Aktuelles Beispiel für diesen vermeintlich überwunden geglaubten Reflex ist das US-Start-up Groupon.com. Die Gründer sammelten für ihren Mix aus Lifeshopping, Coupon-Angebot und letsbuyit.com rund 30 Millionen Dollar ein. Die Folge: In Deutschland starten immer mehr Kopien. Mit dabei auch die Samwer-Brüder mit einem eigenen Angebot.

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Es erinnert an die seligen Web 2.0-Zeiten: Eine US-Geschäftsidee schließt eine hohe Finanzierungsrunde ab, und hierzulande entsteht sofort eine Vielzahl an Klonen. Aktuelles Beispiel für diesen vermeintlich überwunden geglaubten Reflex ist das US-Start-up Groupon.com. Die Gründer sammelten für ihren Mix aus Lifeshopping, Coupon-Angebot und letsbuyit.com rund 30 Millionen Dollar ein. Die Folge: In Deutschland starten immer mehr Kopien. Mit dabei auch die Samwer-Brüder mit einem eigenen Angebot.

Nach Schätzungen von Investor und Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski soll es in Deutschland aktuell rund fünf bis zehn entsprechende Projekte geben.

In seinem Blog beschreibt Burkhard Schneider die Funktionsweise von Groupon. Bei dem Namen "handelt es sich um ein nettes Wortspiel zwischen ‚group‘ (Gruppe) und ‚coupon‘ (Rabattschein)", schreibt er. "Auf dieser Webplattform wird täglich ein Angebot aus Chicago für Vergnügungssüchtige angeboten, wie z.B. heute eine IMAX-Eintrittskarte. Wenn in diesem Fall mindestens 15 Personen diese Eintrittskarte bestellen, gibt es 47 Prozent Rabatt und man muss ’nur‘ 8 US-Dollar Eintritt zahlen. Wenn die kritische Zahl an Käufern nicht zusammenkommt, kommt der Deal nicht zustande."

An dieses Grundprinzip halten sich alle deutschen Nachahmer. Die bekanntesten einheimischen Start-ups hören auf die Namen Heimatpreis.de, Dailydeal.de, Coupomania.de und Mycitydeal.de. Hinter Mycitydeal.de stehen die drei Erfolgsinvestoren Marc, Oliver und Alexander Samwer. Für ihren Groupon-Klon aktivierten sie einfach ein Gründerteam, das mit seiner letzten Idee gerade gescheitert war. Sebastian Jost und Albert Schwarzmeier hatten zuvor versucht, Beautydeal im Web zu etablieren. Jetzt folgt ihr nächster Anlauf.

Trotz der Schwemme an Anbietern gibt es vor allem regionale Unterscheidungsmerkmale. Heimatpreis.de versteht sich als Gutscheindienst für Geschäfte und lokale Dienstleistungen aus München. Dailydeal.de verspricht "Restaurant-Coupons" oder "Wellness-Gutscheine" aus Berlin. Ein Anbieter, der das gesamte Bundesgebiet oder zumindest nur mehrere Metropolen abdeckt fehlt bislang.

Gadowski glaubt nicht an den Erfolg der Start-ups, weil die Coupon Kultur hierzulande "bei weitem nicht so ausgeprägt ist wie in den USA – sowohl auf Seiten der Anbieter als auch Konsumenten." Dazu weist der Experte darauf hin, dass das Geschäftsmodell sehr kapitalintensiv sei.

Alexander Hüsing von Deutsche-Startups.de räumt dem Geschäftsmodell allerdings Chancen ein, sich durchzusetzen, wenn sie mit "regionalen Größen wie Tageszeitungen" zusammenarbeiten würden. "Nur so lässt sich wahrscheinlich schnell eine kritische Masse aufbauen, um genügend potenzielle Gutscheinkäufer auf die Plattform zu lotsen."

Dieser Einschätzung folgt auch E-Commerce-Experte Jochen Krisch: "Im Grunde wartet man ja nur darauf, dass das ein oder andere regionale Verlagshaus ein entsprechendes Angebot aufzieht bzw. bei dem ein oder anderen bestehenden Team einsteigt."

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