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Die erfolgreichsten Medien-Apps

"Bild", n-tv, "SZ", "Stern" oder "RP-Online": In Höchstgeschwindigkeit versuchen gerade die deutschen Medienhäuser, den neuen Markt der iPhone-Apps zu erschließen. Aktueller Marktführer bei den kostenpflichtigen Angeboten ist die "Bild"-Applikation – noch zumindest. Denn in den nächsten Tagen laufen die ersten Abos aus. Einen besonders kreativen Ansatz wählt die "Rheinische Post" für ihren Service. Die "RP" verkauft (0,79 Euro/Monat) eine spezielle Applikation ausschließlich für Fans von Fortuna Düsseldorf.

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Das neue Angebot der "Rheinischen Post" bietet aktuelle Nachrichten, Statistiken und einen Live-Ticker zu den Spielen des Zweitligisten. Zudem haben die Düsseldorfer das größte private Fan-Portal 95erforum.de in die Applikation integriert.

Mit dem Start der Kicker-App starten die Rheinländer einen smarten Testballon. Anstatt ihre Mobil-Kunden mit den weitgehend selben überregionalen Nachrichten zu beliefern wie die Verlags-Konkurrenten, setzt man in Düsseldorf auf ein spitzes Spezial-Thema, für das sich in der Region aber hunderttausende potentielle Kunden Interessieren. Ein Fußballfan ist voraussichtlich eher bereit für Informationen über seinen Herzensverein zu bezahlen, als ein normaler Leser für klassische aktuelle Nachrichten.

In Apples Online-Laden stürmte das neue Angebot der "Rheinischen Post" gleich an die Spitze der kostenpflichtigen Sport-Services. Von der Position lassen sich jedoch keine Rückschlüsse auf die Zahl der tatsächlichen Verkäufe machen. Apple verrät diese Zahlen nicht.

Das gilt auch für die Rubrik "Nachrichten". Im Segment der kostenpflichtigen Applikationen führt hier seit fast vier Wochen die "Bild"-App die Liste an. Bei Springer selbst ist man vom Erfolg des Angebotes überrascht. Intern hätten die Verlagsstrategen dem vernehmen nach niemals mit solch immensen Downloadzahlen gerechnet. Gespannt schaut das Management nun auf die Entwicklung der nächsten Tage. Dann müssen die ersten Kunden ihre Abos verlängern. Die bange Frage lautet: Wie werden sie sich entscheiden?

Für die Verlage bedeutet der Umgang mit Apples iTunes-Shop auch eine Umstellung des eigenen Geschäftsmodells. Im Gegensatz zu Print-Abos, die traditionell für zwölf Monate abgeschlossen werden und sich auch jeweils um ein Jahr verllängern, müssen die App-Abonnements alle vier Wochen immer wieder aktiv von Kunden bestätigt werden.

An zweiter Stelle der Verkaufscharts liegt aktuell die neue Premium-Version der "SZ"-App. Auf den Plätzen dahinter folgen die "Welt" und der "Guardian".

Bei den kostenlosen Applikationen liegt n-tv mit seinem überarbeiteten iPhone-Angebot an der Spitze. Position zwei belegt die Basis-Version von Sueddeutsche.de, gefolgt von den Gruner + Jahr-Titeln Gala.de und dem Dauerbrenner Stern.de.

Die nächste App, auf die die Branche nun gespannt wartet, ist das geplante "Spiegel"-Angebot. Das Nachrichtenmagazin will seine gesamte Print-Ausgabe über eine Bezahl-App vertreiben. Bis auf die "Bild", behandeln die anderen Verlags-Applikationen ihre gedruckten Ausgaben eher stiefmütterlich. Das Boulevard-Angebot beinhaltet die gesamte Print-Ausgabe, in der der "Welt"-App gibt es dagegen nur eine "Welt kompakt"-Version und in den neuen "SZ"-Angeboten fehlt die Kiosk-Ausgabe gänzlich. E-Paper-Leser müssen bei den Münchenern noch immer über die Mobil-Seite szmobil.sueddeutsche.de gehen. Wann der "Spiegel" mit seiner iPhone-Variante kommt, ist aktuell noch unklar. Die Applikation ist fertig. Sie wartet jedoch auf die finale Freigabe von Apple. Ein Starttermin im Januar hält man in Hamburg jedoch durchaus noch für möglich.

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