Anzeigenmarkt: Zeitschriften verlieren 16%

Der Dezember lief zwar etwas besser als das Gesamtjahr, doch den Trend konnte er nicht mehr umdrehen: Die in der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) des VDZ erfassten Publikumszeitschriften verloren im Jahr 2009 mehr als 16% ihrer Anzeigenseiten. Besonders in den Branchen Automobil, Finanzen und Telekommunikation seien die Werbe-Etats zurückgefahren worden, so der VDZ. Größte Verlierer in der ZAS-Analyse waren 2009 die wöchentlichen Magazine "Wirtschaftswoche", "Focus" und "stern".

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Die "Wiwo" ist dabei der mit Abstand größte Absteiger des Jahres. Mehr als 1.000 Anzeigenseiten gingen ihr im Vergleich zu 2008 abhanden. Druckte sie im Vorjahr noch über 2.900 Anzeigenseiten, waren es 2009 nichtmal mehr 1.900. Ein heftiges Minus von 34,9%. Auch die drei großen Wochenmagazine verloren deutlich: Die "Focus"-Anzeigenumfänge gingen um 27,0% nach unten, die des "stern" um 23,9% und die des "Spiegel" um 22,6%. Ebenfalls in der Flop Ten des Jahres vertreten sind drei Magazine aus dem Computer-Segment: "c’t", "PC-Welt" und "Chip":

Für einen Platz in der Gewinner-Top-Ten reichte 2009 ein Wachstum von ganzen 75 Anzeigenseiten. "VW Speed" erkämpfte sich diese Zahl und damit Platz 10. Die ersten drei Ränge der Aufsteiger-Charts gehen an "Bella", "TV Klar" und "Bellevue" – mit einem Plus von 121 bis 174 Seiten:

Ein weiterer klarer Beweis dafür, wie mies das Jahr für die Branche lief, ist der Blick auf unsere Liste der 20 wichtigsten Titel. Hierfür haben wir die ZAS-Zahlen derjenigen Zeitschriften herausgesucht, die laut Nielsen Media Research die umsatzstärksten im Werbemarkt sind. Kein einziger der 20 Großen schloss das Jahr im Plus ab, alle verloren. Am glimpflichsten kam dabei noch das Springer-Trio "Bild am Sonntag", "Bild der Frau" und "Hörzu" davon, das zwischen 1,3% und 2,3% der Anzeigenseiten aus dem Vorjahr verlor. Auch "Brigitte", "Für Sie" und "TV Digital" blieben mit ihren Verlusten unterhalb der 10%-Marke – in einem Krisenjahr wie 2009 schon ein Erfolg. Die fettesten Minuszeichen müssen "Wirtschaftswoche", "Focus" und "TV Spielfilm" erdulden:

Für 2010 rechnet der VDZ nun wieder mit einer positiveren Entwicklung. VDZ-Geschäftsführer Holger Busch: "Mit zunehmender wirtschaftlicher Stabilisierung gewinnen die Fragen der Markenpflege, der Bildung von Markenpräferenzen beim Konsumenten und der Intensivie-rung der Kundenbeziehung wieder zunehmend an Bedeutung. Für die Erreichung dieser Ziele spielen Zeitschriften nach wie vor eine herausragende Rolle. Wir gehen davon aus, dass wir den Tiefpunkt der Entwicklung gesehen haben." So rot wie bisher dürften die Zahlen bei der ersten Analyse Ende Januar zumindest nicht mehr aussehen. Schließlich werden sie dann mit denen des Krisenjahres 2009 und nicht mehr mit denen des stärkeren Jahres 2008 verglichen.

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