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WAZ verkauft nordbayerische Verlagstitel

Die WAZ trennt sich von zwei Regionalverlagen: So übernimmt die Mediengruppe Oberfranken von dem Essener Konzern unter anderem die "Saale Zeitung" und "Die Kitzinger". Die WAZ sah in der nordbayerischen Region keine Wachstumsperspektive mehr. "Der Managementaufwand für diese publizistische Enklave, die durchaus ertragreich und erfolgreich gewirtschaftet hat, stand in keinem Verhältnis zum Umsatz-Beitrag“, sagt Geschäftsführer Bodo Hombach. Beide Blätter kommen auch nur auf eine Mini-Auflage.

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Anders, als das Zitat vermuten lässt, sind die Beteiligungen jedoch noch nicht sehr lange im Besitz der WAZ. Seit 2002 gehören die Kissinger Verlagsgesellschaft (KVG) und die Kitzinger und Report Zeitungsverlag- und Druckerei (KRZD) zum Medienkonzern. Künftig will sich Hombach im Zeitungsgeschäft ausschließlich auf die Kernverbreitungsgebiete Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Braunschweig konzentrieren. "Uns war es wichtig, für die beiden Verlage einen Käufer zu finden, der die verlegerische, technische und wirtschaftliche Zukunft der Zeitungs- und Anzeigenblatttitel an den Standorten Kitzingen und Bad Kissingen dauerhaft gewährleistet". Die Höhe des Kaufpreises ist nicht bekannt. Die Übernahme durch die Mediengruppe Oberfranken bedarf noch der Zustimmung des Bundeskartellamtes.

Im dritten Quartal 2009 verkaufte die "Saale Zeitung" 14.350 Exemplare. "Die Kitzinger" hat eine noch geringere Auflage. Im Gesamtverkauf erreichte das Blatt aus Kitzingen im dritten Quartal 5471 Exemplare.

Die Mediengruppe Oberfranken glaubt dagegen, dass die Titel hervorragend in das eigene Portfolio passen würden. "Mit dem Erwerb setzen wir unseren erfolgreichen Wachstumskurs in Nordbayern fort", kommentiert Walter Steinsberg, Sprecher der Geschäftsführung. "Bereits im Jahr 2003 haben wir – damals noch als ‚Fränkischer Tag‘ firmierendes Medienhaus – die Baumann-Gruppe mit den Tageszeitungen ‚Bayerische Rundschau‘ und ‚Coburger Tageblatt‘ erworben und erfolgreich integriert. Unsere mittelständisch und fränkisch geprägte Unternehmenskultur wird auch für unsere neuen Titel ein wichtiges Erfolgskriterium sein."
Von Bamberg aus erwirtschafteten die rund 850 Mitarbeiter der Mediengruppe 2008 – nach Unternehmensangaben – einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro.

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