Die Kommentarwut des Jung-Verlegers

Der Kölner Verleger Konstantin Neven DuMont hat über die Feiertage zahlreiche Kommentare im Blog des Medienjournalisten Stefan Niggemeier verfasst. Umfang, Themensprünge und Tonfall dieser Aktivität machen einen mitunter inkohärenten Eindruck, wobei Niggemeier darlegt, die Identität des Kommentators durch technische Recherchen und einen Kontakt mit der Sekretärin des Verlagserben (u.a. "Berliner Zeitung", "Frankfurter Rundschau", "Hamburger Morgenpost") verifiziert zu haben.

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Der 40 Jahre alte Konstantin Neven DuMont – einmal unterstellt, dass die Kommentare seine sind – äußert sich zum Teil nahe an Niggemeiers Themen zu medienpolitischen Fragen und verlinkt auf eigene Beiträge an anderer Stelle, kündigt aber zum Beispiel auch ein Videoblog mit von ihm gesungenen Liedern an. Niggemeier hat die Kommentare in einem eigenen Beitrag zusammengefasst und einzeln verlinkt; die Kommentarspalte hierzu bietet er dem Verleger als "Sandkasten" an.
In den Kommentaren äußert sich DuMont unter anderem dazu, dass er in der "digitalisierten Welt wenig Chancen für die Monetarisierung von individuellen Meinungen" sehe, da es  "Journalisten gibt, die Artikel mit Kommentaren verwechseln". Zudem spricht er sich für eine "größere Meinungspluralität" aus und kündigt an, sich für die Erhöhung der Polizistengehälter einzusetzen. Darüber hinaus stellt er öffentlich die Frage, ob "das Aufdecken von aufwendig recherchierten Fakten in Zukunft noch angemessen entlohnt" werde und kritisiert die Diskussion zwischen dem öffentlich-rechliche Rundfunk und den privaten Anbieter über Apps für das Handy. Zudem würde er gerne mit "Herrn Niggemeier" gemeinsam eine Reality-Doku produzieren.

Konstantin Neven DuMont  ist im Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg und dort zuständig für Unternehmensstrategie und Kommunikation. Er selbst und sein Vater Alfred Neven DuMont hatten sich in den letzten Wochen, unter anderem in der eigenen "Frankfurter Rundschau", mehrfach zu Medienpolitik und Zeitungskrise geäußert.

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