Internetaktien 2009: Google, Apple, Amazon legen dreistellig zu

Ein verrücktes Börsenjahr neigt sich dem Ende entgegen. Einem beschleunigten Absturz zu Jahresbeginn, der die Märkte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ins Bodenlose stürzen ließ, folgte eine fast wundersame Erholung. An den amerikanischen Aktienmärken beeindruckten vor allem Internet- und Technologiewerte wie Amazon und Apple, während Medienaktien nicht ganz mithalten konnten – die zehn Gewinner des Börsenjahres 2009 an der Wall Street.

Anzeige

Ein verrücktes Börsenjahr neigt sich dem Ende entgegen. Einem beschleunigten Absturz zu Jahresbeginn, der die Märkte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ins Bodenlose stürzen ließ, folgte einefast wundersame Erholung. An den amerikanischen Aktienmärken  beeindruckten vor allem Internet- und Technologiewerte wie Amazon und Apple, während Medienaktien nicht ganz mithalten konnten – die Gewinner des Börsenjahres 2009 an der Wall Street.

News Corp. / Research in Motion: + 64 Prozent

Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) und Rupert Murdoch mit seinem Medien-Imperium New Corp. teilen sich den zehnten Platz. Während der kanadische Smartphone-Hersteller weiter zweistellige Absätze verzeichnete, erholte sich das Geschäft bei News Corp.

CBS: +69 Prozent

Amerikanische Medienaktie des Jahres ist CBS. Chairman Sumner Redstone sah den Turnaround als Erster kommen: „Ich glaube, wir stehen am Beginn eines neuen Bullenmarktes“, erklärte der 85-Jährige im Mai. „Wenn ein Bullenmarkt beginnt, zieht die Wirtschaft neun Monate später nach“. So sieht’s aus.

eBay: + 75 Prozent

Auch der weltgrößte Online-Auktionator eBay konnte sich mit dem Markttrend erholen. Allerdings fielen die jüngsten Quartalszahlen nicht unbedingt überzeugend aus: eBay setzte mehr um, verdient aber immer noch weniger. Für Entspannung bei Anlegern sorgte der Skype-Verkauf.

Adobe
: + 76 Prozent

Heimlich und leise hat sich ein Favorit des letzten Bullenmarktes wieder nach vorne gearbeitet. Obwohl der Software-Hersteller zuletzt einen Quartalsverlust verkünden musste, trauen Marktteilnehmer Adobe offenbar wieder einiges zu, was einerseits am Upgrade-Zyklus (CreativeSuite5), andererseits an der Übernahme von Omniture liegen mag.

Google: + 106 Prozent

Beim mit Abstand wertvollsten Internetkonzern brummen die Geschäfte unterdessen wie nie zuvor. Krisengerüchte schüttelte die Suchmaschine mit beeindruckenden Quartalszahlen immer wieder ab, um dann Ende des Jahres die Fachwelt zu überraschen – nicht nur mit seinem mobilen Betriebssystem Android will Google die Branche aufmischen, sondern offenkundig auch mit einem eigenen GooglePhone. Der Zweikampf Google vs. Apple ist voll entbrannt…

Apple: +146 Prozent

Was für ein fantastisches Jahr auch für den Computerpionier Apple.  Die Aktie des iPhone- und iPod-Herstellers erholte sich vom herben Absturz des Vorjahres, obwohl CEO Steve Jobs krankheitsbedingt ein halbes Jahr ausfiel. Auch ohne große Neuerungen war Apple gefragt wie nie zuvor – alle drei Monate wurde ein neues Rekordquartal ausgerufen, und der vermeintlich nächste große Wurf steht schon bevor. Ende  Januar soll der lang ersehnte TabletMac vorgestellt werden…

Amazon: + 169 Prozent

Es ist die Comebackstory schlechthin unter den großen Internetplayern. Nicht Yahoo, das auch unter dem neuen CEO Carol Bartz deutlich schlechter performte (+35 Prozent) als die Technologiebörse Nasdaq und auch nicht eBay konnten Anleger zehn Jahr nach dem Höhepunkt der Internet-Euphorie begeistern, sondern ausgerechnet der einstige Online-Buchversender Amazon. Mitten aus der Rezession ging Jeff Bezos inzwischen weltgrößtes Online-Kaufhaus als strahlender Gewinner hervor – Amazon verdient so viel wie nie zuvor und wächst rasant.

Priceline:  +228 Prozent

Internet-Reisebüros, erster Teil: Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum der Millenniumshausse wurde auch ein frührer Internetstar wieder um Leben erweckt – die Geschäfte boomen bei Priceline, das den Jahressieg zwar einem Rivalen überlassen muss, aber nach Börsenwert mit zehn Milliarden Dollar vor dem einheimischen Konkurrenten liegt.

Baidu: +237 Prozent

Was für ein Comeback – und dann noch direkt an der Wall Street. Die größte chinesische Internet-Suchmaschine kann „Krise“ bis heute nicht buchstabieren – die Geschäfte wuchsen weiter zweistellig, während die Aktie regelrecht abhob. Von den Tiefstkursen im März bis zum neuen Allzeithoch in diesen Tagen waren es gar mehr als 300 Prozent Plus in nur neun Monaten.

Expedia: + 246 Prozent

Es war das Jahr der Online-Reiseveranstalter. Wie schon in der Rezession von 2001 avancierten Internet-Reisebüros zu den großen Krisengewinnern. Ganz vorne dabei: die frühere Microsoft-Tochter Expedia mit einem Plus von fast 250 Prozent.

Auch eine Reihe von Traditionstechnologiekonzernen konnte sich über kräftige Zugewinne freuen: Software-Riese Microsoft gewann 62 Prozent und blieb mit nunmehr 280 Milliarden Dollar mit Abstand der wertvollste Technologiekonzern, IBM gewann ebenfalls 62 Prozent, ist aber mit 171 Milliarden Dollar weniger wert als Apple.  Auch Aktionäre von Hewlett-Packard (+52 Prozent), Cisco (+47 Prozent) und Intel (+43 Prozent) konnten sich über kräftige Zuwächse freuen. Disney gelang mit einem Plus von 47 Prozent die zweitbeste Performance einer großen Medienaktie, während TimeWarner nur um die Nulllinie pendelte.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige