Rekordjahr: Kino legt in der Krise zu

Während andere Medienbranchen deutlich unter der Wirtschaftskrise leiden, scheinen die Kinoproduzenten krisenresistent zu sein. Überall gibt es neue Umsatzrekorde, das Jahr 2009 dürfte das erfolgreichste aller Zeiten werden. So werden in den USA vom vergangenen Wochenende Zahlen gemeldet, die es nie zuvor gab: 280 Millionen Dollar haben die Kinofans am Weihnachts-Wochenende in den Kinos gelassen. Doch auch außerhalb der USA gibt es neue Rekorde, in Deutschland ein Plus von 15%.

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Angeführt von James Camerons "Avatar", der auch an seinem zweiten Wochenende die US-Kinocharts anführt, sowie dem Neustarter "Sherlock Holmes" und dem Kinderfilm "Alvin and the Chipmunks: The Squeakquel" zog das Weihnachtswochende 2009 damit in den ewigen Bestenlisten auch am bisherigen Tabellenführer vorbei, dem "The Dark Knight"-Startwochenende im Juli 2008, das bisher mit 260 Mio. Dollar Umsatz den Rekord hielt.

Noch wichtiger für die US-Kinobranche ist der zweite Rekord, der am Wochenende gefallen ist. Erstmals in der Geschichte wurden in den USA in einem Jahr mehr als 10 Mrd. Dollar mit Kinotickets umgesetzt. Natürlich sind neue Umsatzrekorde immer auch der Tatsache geschuldet, dass Tickets teurer werden, dennoch zeigen die Zahlen, dass Menschen eben nicht jegliche Unterhaltung immer nur kostenlos konsumieren wollen, sondern auch bereit sind, zu zahlen, wenn das Produkt stimmt. Befürchtungen der Filmbranche, nach der Musikindustrie könne man die nächste große Branche sein, die durch das Internet in die Krise rutscht, haben sich damit immer noch nicht bestätigt. Obwohl es viele Kinofilme zeitnah nach dem Start auch in düsteren Ecken kostenlos im Netz zu sehen gibt, strömen die Leute ins Kino. Auch Heimkino-Vergnügen mit HD-Fernsehern und Bluray-Playern ändert daran offenbar nichts.

Neben dem hohen Blockbuster-Aufkommen im Jahr 2009 – das US-Ranking wird von Streifen wie "Transformers 2", "Harry Potter 6" und "Up" angeführt, das in Deutschland von "Ice Age 3", "Harry Potter 6" und "Wickie" – dürften auch neue Technologien wie 3D eine Rolle bei den neuen Umsatzrekorden spielen. Kino wird immer mehr zum Event ausgebaut, die heimische Couch kann da einfach nicht mithalten.

Nicht nur in den USA, sondern auch außerhalb des Hollywood-Kernmarktes werden 2009 neue Rekordmarken erreicht. So wird 20th Century Fox außerhalb Nordamerikas 2009 etwa 2,26 Mrd. Dollar einnehmen. Nie zuvor hat ein Hollywood-Studio so viel Geld in einem Jahr umgesetzt. Auch für Sony und Warner Bros. war 2009 außerhalb der USA ein extrem erfolgreiches Jahr – mit Umsätzen von 2,00 Mrd. und 1,85 Mrd. Dollar. Keine neuen Rekorde, aber immerhin ein fettes Plus im Vergleich zum Vorjahr wird es in Deutschland geben. Laut Branchenmagazin "Blickpunkt: Film" gab es bis Mitte Dezember in Deutschland 133 Mio. Besucher in den Kinos, die für einen Umsatz von 881 Mio. Euro gesorgt haben – ein Zuwachs von 14,3% bzw. 15,2% im Vergleich zu 2008.  Das deutsche Kinojahr 2009 wird damit immerhin das erfolgreichste seit 2004 werden. Positive Zahlen, von denen Medienbranchen, die vornehmlich von Werbung abhängig sind, nur träumen können.

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