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Das GooglePhone: Apples Albtraum?

Es ist das alles beherrschende Thema dieser Tage: Die sich immer weiter verdichtenden Gerüchte über ein Smartphone von Google, das von Mitarbeitern bereits gestestet wird. Auf den ersten Blick läuft damit alles auf einen Infight der einstigen Verbündeten Apple und Google zu. Auf den zweiten Blick kommt Googles vermeintlich großer Coup jedoch nicht ohne Risiken daher. Vertriebspartner, die bislang "Android"-fähige Modelle subventioniert haben, dürften höchst säuerlich reagieren.

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Es ist das alles beherrschende Thema dieser Tage: Die sich immer weiter verdichtenden Gerüchte über ein Smartphone von Google, das von Mitarbeitern bereits gestestet wird. Auf den ersten Blick läuft damit alles auf einen Infight der einstigen Verbündeten Apple und Google zu. Auf den zweiten Blick kommt Googles vermeintlich großer Coup jedoch nicht ohne Risiken daher. Vertriebspartner, die bislang "Android"-fähige Modelle subventioniert haben, dürften höchst säuerlich reagieren.

War’s das – der finale Schuss, der den kommenden Krieg zwischen Google und Apple vollends entfacht hat?  Es waren einmal zwei hippe Silicon Alley-Stars, die auszogen, dem gemeinsamen Feind – Microsoft – das Fürchten zu lehren. Inzwischen jedoch haben Apple und Google selbst eine so beachtliche Größe erreicht, dass sie nicht nur Microsoft in den kommenden Jahren nach dem Börsenwert überrunden können, sondern selbst nach der Vorherrschaft der Technologiebranche greifen.

Einen Vorgeschmack auf dieses Wettrennen hat die Entwicklung der Apple- und Google-Aktie in diesem Jahr geboten. Die meiste Zeit dominierte Apple dank einer rasanten Comebackrallye, die die Anteilsscheine um 130 Prozent in Höhe schießen ließen, um damit neue Allzeithochs zu markieren. Google blieb mit einem Plus von bislang 95 Prozent leicht dahinter – und musste Apple über weite Strecken den Vortritt als zweitwertvollster Technologiekonzern überlassen.

Google wieder mehr wert als Apple

Bis vor wenigen Wochen das alte Kräfteverhältnis wiederhergestellt wurde. Apple lahmte – und Google zog vorbei. Per Handelschluss am gesterigen Abend liegt Google mit einem Börsenwert von 189 Milliarden wieder 12 Milliarden Dollar vor Apple. Maßgeblichen Anteil hatte daran nicht zuletzt die starke Entwicklung im boomenden Mobilfunkmarkt. Immer mehr Provider setzen wie HTC oder jüngst Motorola auf das hochgelobte Google-Betriebssystem "Android".

Während sich Apple mit seinem iPhone durch die in vielen Ländern enge Bindung an nur einen Mobilfunkvertreiber in seiner Verkaufszahl limitiert, holt Google stark auf. Und könnte im Jahr 2012 / 2013 vielleicht sogar an Apple vorbeiziehen, wie erste Analysten vorrechnen. Vielleicht sogar noch schneller, wenn der Internetplatzhirsch sein eigenes Smartphone auf den bald Markt bringt – und zwar bald, wie immer neuere Quellen vermelden.

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Googles mutmaßlicher Eintritt in den Endgeräte-Markt ist kein Selbstläufer

So weit die Aufregung. Tatsächlich ist Googles mutmaßlicher Eintritt in den Endgerät-Markt alles andere ein garantierter Selbstläufer. Der Internetpionier wagt sich auf ein Terrain, das nicht sein eigenes ureigenes nicht – und er wird dabei durchaus Gefahr laufen, Mobilfunkprovider, die jetzt auf "Android" setzen, zu verprellen. Natürlich wird Google am Ende des Tages die Konditionen bestimmen – und sie vielleicht neu definieren, wie "Alley Insider"-Reporter Dan Frommer aufzeigt.

Dass Apple aber der logische Verlierer beim Launch eines GooglePhones ist, erscheint keinesfalls als ausmacht. Unsubventionierte GooglePhones dürften weitaus teurer sein als kommende iPhone-Generation, die wohl für kaum mehr als 200 Dollar / Euro über den Ladentisch gehen werden. Und dann ist da der Wettkampf mit den loyalen Apple-Kunden, die mit ihrem iPhone enorm zufrieden sind und nicht so schnell zu einem neuen Gerät überwechseln dürften, das tatsächlich erst mal den Nachweis seines technologischen Vorsprungs liefern muss.

Eine Koexistenz der beiden Tech- und Web-Giganten erscheint als das wahrscheinliche Szenario. Sorgen machen dürften sich indes Nokia, Sony Ericsson, Microsoft – und vielleicht auch der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM), die beweisen müssen, mit Apple und Google mitzuhalten. Das sieht auch die Börse so: Während Apple und Google gestern zulegen konnten, stagnierten die Papiere von Ericsson und Nokia, während RIM unter Abgabedruck geriet.
 

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