Ruzickas ominöse Spende an die CDU

Neue Enthüllung im Veruntreuungsskandal: Aleksander Ruzicka, ehemaliger Chef der Werbeagentur Aegis/Carat, soll sich gegenüber der hessischen CDU besonders großzügig gezeigt haben. Nach Recherchen der "FR" hat der wegen Veruntreuung von Geldern in Haft sitzende Manager im Jahr 2002 rund 50.000 Euro an die Partei gespendet. Brisant in diesem Zusammenhang: Laut Gericht sollen rund neun Millionen Euro des veruntreuten Geldes durch die Firma des Landtagsabgeordneten Volker Hoff geflossen sein.

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Bekannt ist: Volker Hoffs ehemalige Firma, die Wiesbadener Werbeagentur Zoffel Hoff Partner (ZHP), wurde laut Staatsanwaltschaft als ein "Verschiebebahnhof" für illegale Gelder genutzt. Über diverse Tarnfirmen soll ZHP sechs Millionen Euro an Ruzicka verschoben haben. Wo die übrigen drei Millionen hingeflossen sind, ist indes noch unbekannt.
Neu hingegen ist die Information, dass die hessische CDU "von Ruzickas Handlungen profitiert", wie die "FR" schreibt. Die Frage dabei: Warum wartet die Koch-Partei Jahre, bis sie die Spende offenlegte?
Die CDU teilte gegenüber der "FR" mit, dass man der Veröffentlichkeitspflicht nachkomme. Ab einer Spende von über 50.000 Euro muss dieses unverzüglich beim Bundespräsidenten angezeigt und veröffentlicht werden. Die beiden Agenturen Aegis/Carat und ZHP waren über Jahre mit den CDU-Werbekampagnen beauftragt worden.
Ruzicka war im Mai dieses Jahres vom Wiesbadener Landgericht zu einer Haftstrafe von elf Jahren und drei Monaten verurteilt worden.  Ihm wird vorgeworfen, über ein kompliziertes Firmengeflecht rund 49 Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Die hohe Strafforderung hatte die Staatsanwaltschaft damit begründet, dass Ruzicka während des gesamten Prozesses nicht kooperativ gewesen sei und versucht habe, die tatsächlichen Vorgänge zu verschleiern.
Seit 2006 sitzt Rudzicka in Haft. Gegen das Urteil von Mai 2009 hat er Revision eingelegt. Laut eines Berichts von "W&V" soll Rudzicka dafür den Top-Juristen Gunter Widmaier beauftragt haben, der bereits den sogenannten "Kannibalen von Rotenburg" und Karl-Heinz Wildmoser junior vor Gericht vertreten hat.

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