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Ziesemer ist „Chefredakteur des Jahres“

Zum sechsten Mal hat eine rund 60-köpfige Fachjury im Auftrag des "medium magazins" die Journalisten des Jahres gewählt. Der Hauptpreis geht 2009 an ein "Opfer" des Medienbetriebs: Nikolaus Brender, Noch-Chefredakteur des ZDF. Die Jury zeichnete ihn aus, "weil er mit seinem konsequenten Beharren auf journalistische Unabhängigkeit Zeichen gesetzt" habe. Weitere Preisträger sind u.a. "Handelsblatt"-Chef Bernd Ziesemer sowie "Bild"-Macher Kai Diekmann. "SZ"-Autor Stefan Kornelius erhielt den Sonderpreis.

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Über Brenders Verdienste heißt es weiter: "Mit seinen klaren Vorstellungen von journalistischer Qualität, seiner oft von nützlicher Sturheit geprägten Diskussionsbereitschaft, hat er das journalistische Ideal der politischen Unabhängigkeit stets wacker gegen politische Partikularinteressen verteidigt."
Die Wahl von Bernd Ziesemer zum Chefredakteur des Jahres kommt im Vergleich zu Brenders Preis schon eher überraschend. Ziesemer relaunchte das "Handelsblatt" und dessen Webportal zwar umfassend. Dennoch gilt der Wirtschaftstitel weiter als Sanierungsfall. Freuen über einen Preis darf sich auch die neue "taz"-Chefin Ines Pohl, genauer über den Titel in der Kategorie "Newcomer des Jahres", ebenso wie Kai Diekmann, der für seine originellen "Nebentätigkeiten" als Blog-Autor mit dem Preis für "Unterhaltung" ausgezeichnet wurde.
Mit Sergej Lochthofen von der "Thüringer Allgemeinen" wurde ein Chefredakteur als bester Macher eines Regionalblattes ausgezeichnet, der auf Druck der WAZ-Gesellschafter bereits aus dem Amt geschieden ist. Weitere Preise erhielten teils "übliche Verdächtige" wie "Spiegel"-Korrespondent Alexander Osang (Reporter des Jahres), ein "Spiegel"-Autoren-Team (Beat Balzli, Klaus Brinkbäumer, Ulrich Fichtner, Hauke Goos, Thomas Hüetlin, Christoph Pauly) für ihre Finanzkrisen-Berichterstattung (Kategorie Wirtschaft) oder die Redaktion der "Zeit" mit "Zeit Campus" – aber auch Einzelkämpfer wie der freie Journalist Ronny Blaschke (Sport), der Kopf von "Lettre International", Frank Berberich (Kultur), sowie Volker Zastrow von der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (für Politik) , "SZ"-Redakteur Werner Bartens (Wissenschaft) und Michael Ohnewald ("Stuttgarter Zeitung") als regionaler Autor.
Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk heimst "Focus"-Gründer Helmut Markwort ein. Ein Sonderpreis wurde noch aus aktuellem Anlass vergeben. Dieser geht an die "Süddeutsche Zeitung", deren Autor Stefan Kornelius für seinen hervorragenden Afghanistan-Artikel geehrt wird. Am 12. Dezember hatte Kornelius unter der Headline "Er hat die Menschen als Ziel, nicht die Fahrzeuge" Details des geheimen ISAF-Berichts zum Bomben-Befehl in Kundus enthüllt und die Verstrickung der Bundeswehr in den Krieg sowie die Informationspolitik der Streitkräfte exemplarisch dargestellt.
Die Preise werden am 14. Januar in Berlin überreicht.
Der „medium magazin“-Preis „Journalist des Jahres“ wird seit 2004 verliehen. Preisträger waren bisher u.a. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Alice Schwarzer, Herausgeberin von „Emma“, Michael Ebert und Timm Klotzek, Chefredakteure der G+J-Zeitschrift „Neon“, Stefan Niggemeier, freier Journalist und Blogger, sowie Markus Grill und Malte Arnsperger für Ihre Aufdeckung der Bespitzelung bei Lidl.
Die rund 60-köpfige Jury der „Journalisten des Jahres 2008“ besteht aus renommierten Journalisten, Medienexperten und Vorjahrespreisträgern wie Axel Buchholz, Dieter Degler, Bernd Gäbler, Michael Jürgs, Wolfgang Kaden, Claus Kleber, Eva Kohlrusch, Ingrid Kolb, Claus Larass, Arno Luik, Jan-Eric Peters,  Gerd Ruge, Adolf Theobald, Beate Wedekind, Andre Zalbertus sowie MEEDIA-Chefredakteur Georg Altrogge.

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