Keiner will den „Playboy“

Das muss für Hugh Hefner eine ganz neue Erfahrung sein: Keiner will die Marke "Playboy". Zumindest hat der Londoner Modekonzern Iconix seine Kaufabsichten nach eingehender Prüfung der Playboy-Bücher beerdigt. Nach Informationen des Nachrichtendienstes Bloomberg war die Abspaltung der Marke aus dem Gesamtunternehmen offenbar zu kompliziert. Mit den Verhandlungen vertraute Personen erklärten zudem, dass das britische Unternehmen einigen Forderungen des "Playboy"-Gründers nicht nachgeben wollte.

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Eine von Hefners Bedingungen für die Übernahme: ein lebenslanges Bleiberecht in der Playboy-Mansion. Daneben wollte der 83-Jährige durchsetzen, dass der neue Besitzer auch die Mitarbeiter des Lizenzverkaufs übernimmt. Das war den Verhandlungspartnern aus London offensichtlich zu viel, sie brachen die Gespräche ab. Nach Informationen des US-Branchenblogs PaidContent.org wollte Iconix kein Personal übernehmen, sondern mit seinem eigenen Team anrücken.
Die Absage Iconix‘ wirft den Playboy-Konzern weit zurück. Die Verhandlungen hatten offenbar ein Jahr angedauert. 2008 hatte das börsengelistete Unternehmen 156 Millionen Dollar Verlust gemacht. Auch im laufenden Jahr bleibt ein Minus unterm Strich stehen – bislang -23,5 Millionen Dollar.
Der Verkauf der Markenrechte hätte etwa 300 Millionen Dollar in die Kasse des Konzerns gespült. Iconix verdient vor allem am Vertrieb von teuren Modemarken. Der Playboy-Bunny hätte das Portfolio des Londoner Unternehmens um eine interessante Marke erweitert.
Jetzt muss sich Playboy-CEO Scott Flanders nach einem neuen Käufer umsehen. Neben Iconix war mit Golden Gate Capital zeitweise eine private Beteiligungsgesellschaft an dem Erotik-Heft interessiert. Wie PaidContent.org allerdings erfahren hat, gibt es momentan keine Interessenten.

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