„Zeit Magazin“ startet neue Interview-Reihe

Roger Willemsen geht und drei Neue kommen: Herlinde Koelbl, Louis Lewitan und Ijoma Mangold. Das "Zeit Magazin" startet morgen seine neue Kolumne auf der letzten Seite. Im Gespräch mit drei Interviewern erzählt ein Prominenter jede Woche, was seinem Leben eine Wende gab. Regisseur Fatih Akin macht den Anfang. Angebliche Unstimmigkeiten mit Willemsen, dessen Format "Warum machen Sie das?" nach fast einem Jahr ausläuft, hat es nicht gegeben, erklärt Redaktionsleiter Christoph Amend im Gespräch mit MEEDIA.

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"Mit den Serien ‚Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt‘ von Giovanni di Lorenzo und ‘Warum machen Sie das?’ von Roger Willemsen haben wir das persönliche Gespräch auf der letzten Seite des ‚Zeit Magazins‘ etabliert", sagt Amend. Die neue Reihe heißt "Das war meine Rettung". Darin erzählen prominente Menschen, welche Ereignisse oder Personen ihrem Leben eine entscheidende Wendung gegeben haben. "Das können dramatische Erzählungen sein, aber auch heitere. Von der Songzeile über die Hilfe durch Freunde bis zum entscheidenden eigenen Einfall ist alles dabei", so Amend. Die Interviews sollen immer sehr persönlich sein – eine Mischung aus Anekdote und Lebenshilfe.

Diese Tradition sollen drei neue Interviewpartner fortführen. Das besondere: "Jeder der drei Kolumnisten besitzt einen ganz eigenen Zugang zum journalistischen Interview", so Amend. Herlinde Koelbl ist in erster Linie Fotografin. Einen größeren Bekanntheitsgrad erwarb sich die gelernte Modedesignerin spätestens mit ihrem Buch "Spuren der Macht", in dem sie Politiker und Wirtschaftsbosse, etwa Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Joschka Fischer über ein Jahr lang begleitete, fotografierte und Gespräche führte.

Louis Lewitan ist psychologischer Management-Experte und verdient hauptberuflich sein Geld durch Coaching. In seinem aktuellen Buch "Die Kunst, gelassen zu bleiben" entlockt der gebürtige Franzose zahlreichen Prominenten wie Kai Diekmann, Torsten Frings, Giovanni di Lorenzo oder Stefan Aust deren Methoden zur Stressbewältigung.

Ijoma Mangold ist Literaturkritiker und Feuilletonist. Seit April dieses Jahres ist er stellvertretender Chef des "Zeit"-Feuilletons und gemeinsam mit Amelie Fried moderiert der 1971 in Heidelberg geborene Literaturwissenschaftler die ZDF-Sendung "Die Vorleser".

Den Anfang macht der Hamburger Film-Regisseur Fatih Akin, der in dem neuen Format Herlinde Koelbl erzählt, dass seine Mutter sein Leben rettete. Als Jugendlicher sei er in einer Jugendgang gewesen und seine Mutter habe seinen schlechten Umgang regelrecht davon gejagt.

Mit "Das war meine Rettung" setzt das "Zeit Magazin" die Tradition des persönlichen Gesprächs fort, das mit den Zigaretten-Gesprächen zwischen Giovanni di Lorenzo und Helmut Schmidt begann und Anfang 2009 durch das Format "Warum machen Sie das?" mit Roger Willemsen fortgeführt wurde. Das Engagement Willemsens sei zunächst auf ein Jahr begrenzt worden. Man habe sich dann gemeinsam darauf geeinigt, die Interviews nicht weiter fortzuführen.

"Dem schon legendären Duo Schmidt-di Lorenzo zu folgen ist für jeden Interviewer eine eigentlich unlösbare Aufgabe, aber in eigentlich unlösbaren Aufgaben liegt ja auch ein großer Reiz. Und für die vielen Fans der Zigaretten-Gespräche gibt es ja bereits seit einigen Wochen das ausführlichere Interviewformat "Verstehen Sie das, Herr Schmidt", in dem Giovanni di Lorenzo den Altkanzler zu den wichtigen Themen unserer Zeit befragt", sagt Redaktionsleiter Amend. Auch Willemsen bleibt der "Zeit" weiterhin als Autor erhalten.

Im nächsten Jahr wird das "Zeit Magazin" 40 Jahre alt. Im Jubiläums-Monat Oktober 2010 sind diverse Überraschungen geplant. Klar ist, dass man weiter an der hochwertigen Bildern und prominenten Autoren festhalten werde.

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