‚SF Panorama‘, das Print-Weihnachtsmärchen

Der US-amerikanische Autor und Publizist Dave Eggers hat so etwas wie ein Weihnachtsmärchen für Print-Enthusiasten wahr werden lassen. Eggers hat mit seinem Verlag Mc Sweeney's das "San Francisco Panorama" herausgebracht. Eine im wahrsten Wortsinne einmalige Zeitschrift. Einmalig, was Umfang, Anspruch, Aufwand und Qualität betrifft. Das "San Francisco Panorama" erscheint nur ein einziges Mal, als eine Art Werkschau, was Print im Internet-Zeitalter noch zu leisten vermag.

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Der us-amerikanische Autor und Publizist Dave Eggers hat so etwas wie ein Weihnachtsmärchen für Print-Enthusiasten wahr werden lassen. Eggers hat mit seinem Verlag Mc Sweeney’s das "San Francisco Panorama" herausgebracht. Eine im wahrsten Wortsinne einmalige Zeitschrift. Einmalig, was Umfang, Anspruch, Aufwand und Qualität betrifft. Einmalig aber auch in der Erscheinungsweise. Das "San Francisco Panorama" erscheint nur ein einziges Mal, als eine Art Werkschau, was Print im Internet-Zeitalter noch zu leisten vermag.
Und das ist eine ganze Menge. Die einmalige Ausgabe des "San Francisco Panorama" umfasst 320 Seiten, dazu ein 112-seitiges Magazin auf hochwertigem Papier gedruckt. Das "Panorama" erscheint im großen Broadsheet-Format, Autoren sind etwa der Pulitzer-Preisträger Michael Chabon, Stephen King, Comic-Legende Art Spiegelmann, der Schriftsteller Nicholson Baker und viele klangvolle Namen mehr.

Es gibt haufenweise Storys, Comics, einen prallen Sportteil, 96 Seiten Buch-Besprechungen, ein doppelseitiges Sport-Poster und und und. Das "San Francisco Panorama" wurde im Straßenverkauf für 5 Dollar verkauft, wenn man das Magazin bestellt oder in Buchläden kauft, kostet es 16 Dollar. Die Straßen-Ausgaben sollen in San Francisco in kurzer Zeit vergriffen gewesen sein. Genaue Auflagenzahlen gibt es nicht, aber angeblich hat Eggers "tausende" Exemplare bereits kurz nach Verkaufsstart abgesetzt, wie ein Blog der "New York Times" berichtet.

Eggers sagte gegenüber dem "New York Times" Bay Area Blog: "The Panorama is just a reminder that readers will be more likely to pay for the physical paper if they’re given something very different than what we get on the Internet." Das Magazin ist also eine Art Print-Antithese zum schnell drehenden Internet. Eggers hat mit entlassenen Journalisten aus dem Großraum San Francisco zusammengearbeitet, hat investigative Geschichten von Stiftungen finanzieren lassen. Klingt alles fast zu schön, um wahr zu sein.

In der Tat dürfte das "Panorama"-Projekt wenig über die Zukunft der stinknormalen US-Tageszeitungen aussagen. Es ist eine Sache mit guten Kontakten, Stiftungsgeld und Enthusiasmus ein tolles Leuchtturm-Projekt auf die Beine zu stellen, aber eine andere, jeden Tag eine Zeitung gewinnbringend zu produzieren. Trotzdem ist die Geschichte vom "San Francisco Panorama" eine herzwärmende Story für alle Print-Fans kurz vor Weihnachten. Und ein bisschen was lernen kann man daraus ja auch. Etwa, dass es für Print-Erzeugnisse vielleicht keinen Sinn ergibt, das Internet zu imitieren, indem man handlicher wird, schnelldrehenden Nachrichten hinterherrennt und auf kurze Text-Häppchen setzt. Die Betonung auf große Seiten, Print-spezifische Stilformen wie den Comic oder Poster, könnte auch für Alltags-Print-Publikationen eine Anregung sein. Auch nach Weihnachten.

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