Hubert Burdas Kinder sollen übernehmen

Im Gespräch mit dem "Spiegel" äußert sich der Münchner Verleger Hubert Burda explizit über seine Nachfolge. Seine beiden Kinder mit Maria Furtwängler, Jacob und Lisa, derzeit 19 und 17 Jahre alt, sollen einmal das Unternehmen lenken. Die jetzt gefundene Lösung mit Paul-Bernhard Kallen als CEO sei eine Übergangslösung für 10 bis 15 Jahre. Seine Kinder sollen erben, wenn sie 27 Jahre alt geworden sind. Auch zur Neugestaltung des "Focus" äußert sich Burda in dem Interview.

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Beim "Focus" fange jetzt eine neue Generation an, "die muss auch angreifen", so Hubert Burda. Es gebe derzeit drei Entwürfe für ein neues Heftkonzept. Co-Chefredakteur Uli Baur befinde sich gerade in Marktgesprächen, um zu testen, wie die Entwürfe ankommen. Wolfram Weimer als neuen "Focus"-Chefredakteur habe er ausgewählt, weil ihn die Auswahl der "Cicero"-Titel und -Autoren sowie die Optik von Weimers bisherigem Blatt ansprechen. Burda über Weimer: "Oft ist ja die Sorge, dass ein Monatsmensch das Tempo eines Wochenhefts nicht mitgehen kann. Aber Weimer hat ja zuvor schon Tageszeitung gemacht. Er kann also beides."

Die Meldung, die jüngst durch die Branche geisterte, dass er einen Verleger-Beirat plane, dementierte Burda. Wenn es ihn nicht mehr gebe, werde ein Gesellschafterausschuss installiert, einen Beirat plane er derzeit aber nicht. Burda zeigte sich froh darüber, seine Nachfolge vor seinem 70. Geburtstag geregelt zu haben. Seine beiden Kinder seien zwar festen Willens in das Unternehmen einzutreten. Allerdings müsse sich erst noch zeigen, ob sie auch dazu in der Lage sind: "Man kann nicht 7500 Mitarbeitern seine Kinder vorsetzen, wenn sie nicht ausreichend befähigt sind. Das bringt die Kinder um und das Unternehmen ebenfalls."

Burda zeigte den festen Willen, bodenständig zu bleiben. Andere Unternehmerfamilien wie Schaeffler oder Schickedanz (Arcandor) hätten sich verspekuliert, weil sie mit ihren Firmen zu den ganz großen Playern aufsteigen wollten. Burda gibt sich bescheidener: "Ich hatte nie Weltmachtträume, ich sehe mich nicht als der politische Präzeptor dieses Landes, wie es Springer war, und ich will auch nicht in der Weltliga mit ‚Time‘ mitspielen, diese Läden sind zu groß geworden." Die Belegschaft wird die Worte des Verlegers mit einiger Beruhigung vernehmen.

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