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Facebook: Profi-Tipps für Einsteiger

Unlängst erreichte Mark Zuckerberg mit seinem Social Network Facebook die unglaubliche Anzahl von weltweit 450 Millionen Usern. Auch in Deutschland "explodiert" die Nutzerzahl geradezu. Und immer mehr wird Facebook zum Treffpunkt für Menschen aus Wirtschaft und Medien, die sich dort in alle Richtungen vernetzen. An diese Facebook-Neulinge richtet sich dieser Ratgeber. Wir erklären Ihnen, wie das Netzwerk funktioniert, wie Sie sich verhalten sollten und wie Sie Ihre Daten vor unerwünschten Zugriffen schützen.

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Business oder Freizeit?
Facebook einfach das, was Sie und Ihr Umfeld daraus machen. Viele meiner Kollegen nutzen das Web-Tool völlig unterschiedlich: zur reinen Freizeitbeschäftigung, für Business-Kontakte oder um für Ihre Website eine eigene Fangemeinde aufzubauen. Auf die eine oder andere Art und Weise wird Facebook Ihr Leben bereichern. Sie werden mehr über Ihre Freunde und Kollegen erfahren. Das kann durchaus ein Vorteil sein, wenn sich durch das Social Network neue interessante Kontakte ergeben. Doch gerade in der privaten Nutzung kann Facebook dazu führen, dass Beziehungen nicht wirklich enden. Egal, welcher Art sie auch sein mögen. Immerhin bekommen Sie auch nach einer Trennung oder dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit, was die Person beschäftigt. Und sei es nur über die Mitteilungen an Freundesfreunde. Was Facebook mit Ihnen und was Sie mit Facebook anstellen, lässt sich nur schwer vorhersagen. Gerade das macht den Reiz dieses Web-Tools aus.

Was muss ich tun?
Melden Sie sich erst einmal bei Facebook an. Dazu genügen erst einmal Vor- und Nachname sowie eine Mail-Adresse und ein Passwort. Haben Sie die Bestätigungsmail erhalten, auf den Autorisierungs-Link geklickt und ihre Registrierung abgeschlossen, fragt Facebook Sie nach weiteren Angaben zur Person, beispielsweise nach Ihrem Arbeitsplatz. Aus diesen Informationen ermittelt das Netzwerk erste Kontakte, die Sie unter Umständen kennen könnten. Wollen Sie jemand zu Ihren Kontakten hinzufügen, schreiben Sie ihm einfach eine Nachricht oder senden Sie eine Freundesanfrage. Über das Suchfeld in der rechten oberen Ecke können Sie nach weiteren Kontakten suchen. Fällt Ihnen nicht immer der volle Name einer Person ein, reichen oft der Vorname und eine Ortsangabe (z.B.: "Florian Hamburg"), um die Suchergebnisse einzugrenzen. Am effektivsten ist aber die Suche über Ihren Posteingang. Besitzen Sie eine Mail-Adresse bei einem bekannten Mail-Provider, reichen Benutzername und Passwort aus, um Ihr Postfach nach Kontakten zu durchscannen, die auch bei Facebook registriert sind. Wenn sich im Laufe der Zeit Ihre Kontaktliste vergrößert, schlägt Facebook auch selbständig Freunde von Freunden vor, die Sie auch kennen könnten.

Damit Sie selbst gefunden werden, sollten Sie Ihr Profil noch mit einem Bild von sich selbst aufwerten. Wenn Sie auch Business-Kontakte in Ihre Freundesliste aufnehmen wollen, sollten Sie dafür nicht unbedingt den Schnappschuss vom letzten Trinkgelage nehmen. Ein Bild im Business-Outfit könnte unnatürlich wirken. Wie Sie das Bild zuschneiden, liegt ganz bei Ihnen. Ihr Gesicht sollte allerdings gut zu erkennen sein. Allerdings sollten Sie noch das Thumbnail anpassen. Die Miniaturansicht ihres Profilbildes wird später angezeigt, wenn Sie ein Kommentar hinterlassen oder etwas auf Ihrem Profil posten. Klicken Sie dazu auf Ihr Profilfoto und danach auf das Stift-Symbol im rechten oberen Bildrand. Hier können Sie nach dem Klick auf "Miniaturbild bearbeiten" Ihr Gesicht in die richtige Position verschieben.

Worüber soll ich schreiben?
Facebook bietet mehrere Möglichkeiten, sich seiner digitalen Umgebung mitzuteilen. Im Chat können Sie sich sofort mit Freunden austauschen, wenn Sie ebenfalls gerade bei Facebook eingeloggt sind. Wer online ist, wird unten rechts angezeigt. Kontakte mit einem grünen Kreis sind aktiv, Kontakte mit einem Halbmond sind seit einiger Zeit nicht mehr aktiv.
Natürlich können Sie Menschen auch eine direkte Nachricht senden. Die Antworten landen dann in Ihrem Postfach unter dem Registerreiter Nachrichten. Wollen Sie einem Kollegen aber beispielsweise die Bilder vom letzten Segeltörn schicken, können Sie diese direkt auf seiner Pinnwand ablegen. Dazu klicken Sie einfach auf das Profil der betreffenden Person, schreiben einige Worte in die oberste Zeile und fügen die entsprechenden Bilder hinzu. Anstelle von Bildern können Sie auch Links, Videos oder Kalendereinträge anfügen. Auf Ihrem eigenen Profil können Sie jederzeit eigene Statusmeldungen verfassen. Das kann ein Link zu einem interessanten Artikel sein, ein Video vom Konzertabend, Fotos oder reiner Text.

Was Sie schreiben, ist natürlich Ihnen überlassen. Doch beobachten Sie erst einmal Ihr Umfeld. Wer schreibt was, wie häufig und worüber? So bekommen Sie schnell ein Gefühl dafür, wie Ihre eigene Facebook-Gemeinde tickt. Interessiert Sie ein Eintrag eines Kollegen oder Freundes, können diesen kommentieren. Seien Sie hier einfach authentisch. Zu viele Kommentare auf jeden Eintrag ihrer Kontakte können schnell als störend empfunden werden.
Halten Sie sich an die "Netiquette". Ziel der Netiquette ist eine möglichst für alle Teilnehmer angenehme Art der Kommunikation. Deswegen sollten Tonfall und Inhalt dem Zielpublikum gegenüber angemessen sein. Insbesondere sollten Doppeldeutigkeiten oder gar Beleidigungen nicht die ohnehin komplizierte Kommunikation per Text erschweren. Je nach Medium können Personen, für die der Inhalt eigentlich nicht bestimmt ist, eine Nachricht einsehen. Entsprechend sollte man verschweigen, was nicht für Dritte bestimmt ist. Es existieren unterschiedliche Gesetze zum Recht an selbstverfassten Texten, die zu berücksichtigen sind. Ebenso gilt es, das Urheberrecht einzuhalten, wenn Materialien Dritter verschickt werden.

Wer kann was sehen?
Eine Befürchtung vieler Facebook-Verweigerer: Jeder kann alles über mich erfahren, sobald ich registriert bin. Stimmt das? Nein. Was Ihre Freunde und Mitglieder der Facebook-Community sehen, entscheiden Sie selbst. Wenn Sie es vermeiden wollen, dass jeder nachvollziehen kann, wie Sie gerade aussehen, wo Sie leben und mit wem Sie befreundet sind, sollten Sie Ihre Privacy-Einstellungen anpassen. Deswegen unter "Privatsphäre" die "Such-Sichtbarkeit" auf "Nur Freunde" stellen und die Kästen für "Profilbild anzeigen" und "Freundeslisten" deaktivieren. Wenn Sie gefunden werden wollen, sollten Sie diese Einstellung vorerst auf "Alle" lassen. Unter "Privatsphäre" und "Einstellungen" können Sie auswählen, was andere User von Ihren Facebook-Aktivitäten mitbekommen sollen. Beispielsweise Ihren aktuellen Profilstatus, eingestellte Fotos oder Neuigkeiten auf Ihrer Pinnwand. Unter "Privatsphäre" und "Kontaktinformationen" sollten Sie ebenfalls Ihre Userdaten für andere Netzwerke nur für direkte Freunde sichtbar machen.

Mittlerweile können Sie selbst bei eigenen Statusmeldungen auswählen, wer Ihre Worte mitlesen kann – Ihre Freunde, Freundesfreunde, Alle oder nur eine bestimmte Auswahl von Kontakten. Dieselben Einstellungen können Sie auch für eingestellte Videos oder hochgeladene Fotos vornehmen. Unter dem Registerreiter Freunde können Sie Listen erstellen, in der Sie Ihre Kontakte beispielsweise nach "Freunde" und "Geschäftskontakte" einteilen. Posten Sie später etwas auf Ihrer Pinnwand, können Sie dann auswählen, ob alle oder nur eine bestimmte Gruppe mitlesen darf.

Was bietet Facebook noch?
450 Millionen Menschen bevölkern Facebook mitterlweile. Da ist es nur verständlich, dass das Netzwerk mehr bietet als ihre Kontakte. Beinahe zu jedem Thema gibt es eigene Gruppen, zu jedem Star eigene Fan-Seiten. Wer einer Gruppe beitritt, wird dann in seinem News-Feed  über Neuigkeiten aus entsprechenden Themebereichen versorgt. Treten Sie der Facebook-Gruppe Ihres Lieblingsclubs bei, sind Sie beispielsweise immer über neue Konzerte auf dem Laufenden. Wer einfach ein wenig Beschäftigung in der Kaffeepause sucht, kann eines der zahlreichen Spiele ausprobieren. Die bekanntesten dürften wohl MafiaWars und Farmville sein. Doch Vorsicht: Akzeptieren Sie keine Quize oder Typentests. Diese sind meist von dubiosen Drittanbietern programmiert. Was mit ihren eigenen Daten passiert, wenn Sie solch einen Test für Ihr Profil zu lassen, ist unklar.

Außerdem lässt sich Facebook auch wunderbar mobil nutzen. Für das Iphone, den Blackberry und viele neue Smartphones gibt es bereits eigene Applikationen. Sie können sogar die Mitteilungen aus Ihrem Twitter-Account bei Facebook einfließen lassen. Seit einiger Zeit können Sie außerdem Ihre Facebook-Inhalte mit Twitter synchronisieren. Nachdem Sie Twitter für Ihr Profil zugelassen haben, müssen Sie nur noch ihre Userdaten angeben. Schon laufen Ihre Tweets automatisch bei Ihren Freunden und Kollegen ein.

Wie mache ich meinen Account sicher?
Laden Sie keine privaten Bilder hoch: In den AGBs ist zu den Themen Veröffentlichungen und Lizenzierung von privatem Content Folgendes enthalten: "Mit dem Posten von Benutzerinhalt auf einem beliebigen Teil der Site erteilst du dem Unternehmen automatisch eine unwiderrufliche, zeitlich unbegrenzte, nicht ausschließliche, übertragbare, vollständig bezahlte, weltweite Lizenz (mit dem Recht zur Vergabe von Unterlizenzen) für das Verwenden, Kopieren, öffentliche Aufführen, öffentliche Darstellen, Umformatieren, Übersetzen, Anfertigen von Auszügen (vollständig oder teilweise) und Weitergeben solcher Benutzerinhalte für kommerzielle, Werbe- oder sonstige Zwecke auf oder in Verbindung mit der Site oder mit dem Marketing für die Site, für das Erstellen abgeleiteter Werke oder die Einarbeitung solcher Benutzerinhalte in andere Werke und für das Vergeben und Autorisieren von Unterlizenzen zu Vorstehendem."

Laden Sie nur eigens erstellen Content hoch: Auch innerhalb des Facebook-Netzwerks greift das Urheberrecht. Wenn Sie beispielsweise Bilder verwenden, an denen Sie keine Rechte besitzen, riskieren Sie eine Abmahnung.

Akzeptieren Sie keine Applikationen: Sie wollen wissen, welche Bedeutung Ihr Name hat oder welche Stadt am besten zu Ihnen passt? Dann fragen Sie lieber einen Namensforscher oder unternehmen eine Städtereise. Die sonst so beliebten Facebook-Quize machen zwar Spaß, erlauben aber Drittanbietern den Zugriff auf Ihre Userdaten. Es lässt sich nur schwer nachvollziehen, wer sie programmiert hat und was die Programme mit den gewonnenen Daten anstellen.

Wie verheerend das sein kann, erklärt Facebook in den Informationen zu den Privacy-Einstellungen selbst: "Wenn einer deiner Freunde einer Anwendung den Zugriff auf dessen eigene Informationen erlaubt, kann diese Anwendung unter Umständen auch auf alle Informationen über dich zugreifen, die diese/r FreundIn bereits sehen kann." Unter "Privatsphäre" und "Anwendungen" kann der User deshalb festlegen, welche Art von Informationen über das eigene Profil für Freunde durch andere Anwendungen sichtbar sind. Hier empfiehlt es sich, sämtliche Optionen zu deaktivieren.
Wozu also brauche ich Facebook?
Wenn Sie sich diese Frage jetzt stellen, brauchen Sie Facebook nicht. Natürlich führt ein Hype immer dazu, dass Außenstehende das Gefühl haben, etwas Wichtiges zu verpassen. Wenn Sie aber keine wirkliche Lust aufs digitale Netzwerken verspüren, wird Sie die Anmeldung beim größten Social Network weltweit nicht wirklich weiter bringen.

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