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Streaming-Zukauf: Was will Apple mit Lala?

Es klingt wie ein verschrobener Scherz aus der Teletubby-Ära: Apple kauft Lala. - Lala? Das ist ein gerade mal drei Jahre altes Start-up aus dem Silicon Valley, das der Branchendienst "Tech Crunch" schon als "die nächste Revolution im digitalen Musik-Business" feiert. Für Apple könnte die so aussehen: Das bisher proprietäre Download-System iTunes könnte schon bald um ein Streaming-Angebot erweitert werden. Das nämlich bietet Lala als US-Marktführer seit letztem Jahr sehr erfolgreich an.

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Es klingt wie ein verschrobener Scherz aus der Teletubby-Ära: Apple kauft Lala. – Lala? Das ist ein gerade mal drei Jahre altes Start-up aus dem Silicon Valley, das der Branchendienst "Tech Crunch" schon als "die nächste Revolution im digitalen Musik-Business" feiert. Für Apple könnte die so aussehen: Das bisher proprietäre Download-System iTunes könnte schon bald um ein Streaming-Angebot erweitert werden. Das nämlich bietet Lala als US-Marktführer seit letztem Jahr sehr erfolgreich an. Apple bezahlt die Übernahme aus der Portokasse.

Tatsächlich: Apple kann doch noch Geld ausgeben. Bis auf erstaunliche 33 Milliarden Dollar sind die Geldspeicher in Cupertino angeschwollen – dank stetiger Milliarden-Gewinne von Quartal zu Quartal und vor allem der Verweigerung von größeren Übernahmen. Das mystisch verehrte Kultunternehmen Apple wächst bekanntlich aus sich selbst heraus.

Bis zum Wochenende, als scheibchenweise von einer Kleinst-Übernahme zu hören war, für die ein kleinerer zweistelliger Milliarden-Betrag geflossen sei. Weder von Lala Media, dem Objekt der Begierde, noch von Apple war zunächst etwas zu hören – das gehört schließlich zur Hauspolitik des notorisch verschwiegenen Computer-Pioniers.

Dann brachte der stets gut informierte "Wall Street Journal"-Reporter Peter Kafka brachte nun Licht ins Dunkel: 80 Millionen Dollar und nicht wie zunächst kolportiert eine kleine zweistellige Millionen-Summe überweist Apple für das Start-up aus der Nachbarschaft. Damit machen die Investoren, anders als zunächst vermeldet, mit ihrer Finanzierung sogar einen stattlichen Gewinn. 35 Millionen Dollar seien im Laufe der vergangen drei Jahre in das kalifornische Start-up geflossen. Als höchster Preis, der bislang für einen digitalen Musikanbieter gezahlt wurde, überwies CBC vor zweieinhalb Jahren 280 Millionen Dollar für last.fm.

iPhone-App des Streaming-Anbieters Lala vor dem Start

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Was aber will Apple nun mit Lala? Tatsächlich erscheint es, als wolle Apple sein Musik-Angebot, das via Tunes bislang strikt auf das Download beschränkt war, für Streaming-Angebote öffnen. Lala bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, Songs gegen die Gebühr von jeweils 10 Cent ortsunabhängig abzuspielen, ohne diese allerdings speichern zu können. Lala verfügt über ein Musikarchiv von über 8 Millionen Songs.

Bislang arbeite Lala defizitär, berichtet das "Wall Street Journal". Das könne sich allerdings schlagartig ändern, wenn die kolportierte iPhone-App kommt, die angeblich schon in den Startlöchern stehe.

Apple-Aktie wird zum Fallobst der Weihnachtssaison

Damit wiederholt sich in gewisser Weise die Geschichte. Schon die Ur-Version von iTunes war aus einer Übernahme hervorgegangen. 2000 übernahm Apple den MP3-Software-Anbieter SoundJam – samt deren Entwickler-Team. Entsprechend dürfte der Aufpreis für Lala zu einem Großteil auch dem Human Capital geschuldet sein, das nun nach Cupertino wandert.

Anleger zeigten sich von der Akquisition unterdessen wenig begeistert – allerdings sind das schon seit Wochen nicht mehr. Apple gehört in diesen Tagen weiter zu den schwächsten Aktien der Wall Street und notiert gestern bei 189 Dollar schon den sechsten Handelstag in Folge schwächer.   

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