Englands Tories umarmen Google

Die Konservativen in England gehören im Bereich Online-Marketing offensichtlich zur digitalen Avantgarde. Wie der "Guardian" berichtet, haben die Tories mittels AdWords ihre eigenen Webseiten bei Anfragen wie "Treasury" (Schatzamt, das britische Finanzministerium) und "Pre-Budget Report" (der jährliche Wirtschaftsbericht) auf Spitzenpositionen gehievt. Kein Wunder: Oppositionsführer David Cameron unterhält gute Beziehungen zu Google.

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Suchmaschinen-Marketing mag für Unternehmen selbstverständlich sein, in der politischen Sphäre ist es noch ungewöhnlich. Wie der "Guardian" etwas säuerlich anmerkt, können Camerons "friends at Google" dafür sorgen, dass bei Suchanfragen zu finanzpolitischen Themen nicht die regierungsamtlichen Seiten vorn sind, sondern die kritischen Kommentare von Tory-Politikern zu den Erklärungen der Labour-Minister. Tatsächlich hat auch Labour "sponsored links" zu ähnlichen Themen gekauft, landet aber weiter hinten.
Englands Zeitungen halten den überaus web-affinen Cameron scharf im Auge, wenn es um medienpolitische Themen geht – speziell beim schwelenden Streit zwischen Murdochs News Corp. und Google. Denn der Tory-Chef hat über seinen engsten Beraterkreis Verbindungen zu beiden Unternehmen: Sein Sprecher Andy Coulson war Chefredakteur von Murdochs "News of the World", und sein designierter Stabschef  Steve Hilton ist mit Rachel Whetstone verheiratet, Googles Chefin für global public policy and communications". Whetstone war zuvor eine enge Mitarbeiterin von Michael Howard, Camerons Vorgänger als Parteichefin der Konservativen.

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