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Reporter-Preis 2009: die Gewinner

Das Reporter-Forum hat die Gewinner des Deutschen Reporter-Preises 2009 bekanntgegeben. Gleich zwei Stücke wurden zum "Besten Text des Jahres" gekürt: Die "Spiegel"-Geschichte "Der Bankraub" von Ullrich Fichtner und seinem Autorenteam sowie Wolfgang Uchatius' "Kapitalismus"-Text für die "Zeit". Als "Beste Reportage" des Jahres zeichnete die Jury Sabine Rückerts "Todfreunde" aus, ebenfalls eine Arbeit für die "Zeit". Dotiert sind die Preise mit insgesamt 25.000 Euro.

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"Der Bankraub" beschreibe die Entstehung der Finanzkrise, "indem das Treiben auf den globalen Märkten mit dem Schicksal von Krisenopfern so verknüpft wird, dass zum ersten Mal ein Verständnis dieser Jahrhundertkrise möglich ist", heißt es in der Preis-Begründung des Reporter-Forums. Der Text "Kapitalismus: Wir können auch anders" von Wolfgang Uchatius "geht den Fragen nach, die die Krise aufwirft und wie es weitergehen kann, wenn man das Denken, das zur Krise geführt hat, überprüft und verändert".

Sabine Rückerts Reportage über einen Serienmörder und einen Kommissar "Todfreunde" fand höchste Anerkennung, weil sie "in kunstvoller Perfektion die Leben der beiden Männer einander verschränkt, deren fast freundschaftlicher Kontakt auch Jahre nach der Verurteilung bis heute andauert". Laut Jury werde darin "auf vorbildliche Weise ein sehr eigenes Lehrstück von Schuld und Sühne erzählt".

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo zeigte sich über die doppelte Auszeichnung gegenüber MEEDIA höchst zufrieden: "Ganz große Freude! Der Preis ist neu, aber die Jury hat schon jetzt große Autorität. Auch für mich sind die Reportage von Sabine Rückert und das Essay von Wolfgang Uchatius die beiden besten Texte, die wir dieses Jahr in der ‚Zeit‘ veröffentlicht haben."

Als "Beste Lokalreportage" wurde ein Stück über Altersdemenz von Antje Windmann für das "Hamburger Abendblatt" ausgezeichnet. Der Preis für die "Beste Webreportage" geht an Matthias Eberl; er porträtiert in einer Audio-Slideshow den Wirt einer Münchner Künstlerkneipe – "Mit Bildern, O-Tönen und Geräuschen aus der Kneipe schafft Eberl eine dichte Atmosphäre, die in dieser Form nur im Netz funktioniert, nicht in einer Print-Reportage". Diese Webreportage veröffentlichte Sueddeutsche.de gekürzt. Die ungekürzte Version zeigt Eberl auf seiner eigenen Seite.

Insgesamt wurden beim Reporter-Preis 624 Texte von Journalisten aus 100 verschiedenen Redaktionen eingereicht. Daraus filterten 16 Vorjuroren in den vier Kategorien insgesamt 55 Arbeiten. Die Teilnehmer des Reporter-Forums konnten sich über das Internet an der Wahl der besten Reportage beteiligen.

Das Reporter-Forum ist eine Initiative von über 200 Zeitungs- und Zeitschriftenreportern. Ihr Ziel ist die Förderung von Reportagen in überregionalen wie lokalen Print- und Online-Medien.

Der neunköpfigen Jury des Reporter-Preises gehören neben preisgekrönten Journalisten wie Alexander Osang und Axel Hacke auch die Regisseurin Doris Dörrie, die Verlegerin Antje Kunstmann und der Fernsehmoderator Claus Kleber an. 

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