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Google jetzt mit Echtzeit-Suche

Google behält sein erstaunliches Innovations-Tempo bei: Am Montag präsentierte Managerin Marissa Mayer eine Einbindung von Echtzeit-Ergebnissen in die Standard-Suche. Diese "latest results" umfassen nicht nur Twitter-Meldungen, um die sich Google und die Suchmaschine Bing vom Rivalen Microsoft einen spektakulären Wettlauf geliefert hatten, sondern auch ausgewählte Nachrichtenseiten (u.a. vom "Wall Street Journal") und Updates von Facebook und MySpace. All dies ist vorerst nur auf englisch verfügbar, Deutschland soll im Frühjahr 2010 eingebunden werden.

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Google nutzte die Vorstellung der Echtzeit-Suche gleich zu einer kleinen Leistungsschau seiner Entwicklungsabteilungen: "Google Goggles" setzt Fotos von mobilen Geräten mittels Abgleich in der eigenen Bildersuche in eine visuell gesteuerte Suche um; das experimentelle Tool gibt es gratis im "Android"-Markt. Ebenso faszinierend klingt eine sprachgesteuerte Suche, bei der die gewünschten Begriffe in das "Android"-Handy gesprochen werden.
Weitaus folgenreicher dürfte aber der Einzug des "Real Time Web" in die Standardsuche sein. Zwar präsentierte das Unternehmen noch kein Konzept, um die zusätzlichen Möglichkeiten von sekündlich aktualisierten Ergebnissen sofort in Googles Werbe-Imperium zu integrieren. Doch das Potential ist offensichtlich enorm. Gerade in Verbindung mit einer Geo-Lokalisierung mobiler Geräte wird man sich rasch an Szenarien heranarbeiten, die bis vor kurzem wie Science Fiction klangen –  relevante, aktuelle Informationen, die an der nächsten Straßenecke spielen. Fast beiläufig erwähnten die Google-Manager, dass man schon bald in "Real Time" die Warenbestände des Ladens abfragen könne, vor dem man gerade steht.
Im Wettlauf mit Microsoft wäre nun wieder Bing an der Reihe, die technologische Lücke zu schließen. Am Montag zeigte immerhin Yahoo, der künftige Such-Partner von Bing, eines neues Tool ("Ad Interest Manager") für "Behavioral Targeted"-Anzeigen, die der Nutzer anhand bestimmter Auswahlkriterien auch selbst steuern kann. Großen Wert legte Yahoo dabei auf die Option, von solcher Art zugeschnittener Werbung ganz verschont zu werden – zweifellos eine Geste an die Federal Trade Comission (FTC) der USA, die gerade zum Thema "Privatsphäre im Netz" tagt.

Wohlverhalten empfiehlt sich für Yahoo, schließlich muss noch das US-Justizministerium der geplanten Kooperation mit Microsoft bei Websuche und –vermarktung zustimmen.

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