Microsoft will keine Murdoch-Allianz

Da wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Viele Tage hielt sich standhaft das Gerücht, dass Murdochs News Corp. zusammen mit Microsofts-Suchmaschine Bing eine Allianz gegen Google schmieden würde. Die Idee: Murdochs-Medienunternehmen verbietet den Google-Robotern den Zugang zu allen Inhalten und beliefert Bing exklusiv. Im Gegenzug würde News Corp. an den Werbeeinnahmen der Suchmaschine beteiligt werden. Klingt gut, hat aber einen entscheidenden Haken: Microsoft will offenbar gar nicht.

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Die Microsoft-Absage an Murdoch wurde höfflich und indirekt von der Bing-Entwicklungschefin Satya Nadella vorgetragen. Bei der Vorstellung von neuen Funktionen der Suchmaschine dementierte sie die Pläne, Medieninhalte exklusiv zu lizenzieren: "Darauf konzentrieren wir uns keineswegs." Weiter sagte Nadella laut AllthingsD: "Wir sind generell nicht darauf aus, Nicht-Google-Inhalte zu bekommen."

Auch Microsofts Senior Vice President, Yusuf Mehdi, lehnte eine Bing-Kooperation ab. Auf der Konferenz der Credit Suisse erklärte er, dass die Verbesserung des eigenen Produkts im Mittelpunkt stehe. Mehdi bestätigte noch einmal, dass man keinen Inhaltelieferanten bezahlen wolle, nur um zu verhindern, dass die Konkurrenz nicht mehr auf dessen Content zugreifen könne.
Der Absage von Microsoft ging eine interessante Chronologie der Ereignisse voraus. Vor Wochen bereits gab es erste Vermutungen, dass Murdoch an einer Allianz mit Microsoft arbeite. Dann kam das Gerücht hinzu, dass sich Bing zudem mit europäischen Verlegern getroffen habe, um über die Werbeteiligung zu sprechen. In den vergangenen Tagen reagierte zuerst Google, indem man den Verlagen beim Paid Content entgegenkam. Die US-Company stellte Möglichkeiten vor, wie die Medienhäuser ihre Angebote künftig auch kostenpflichtig bei Google News listen können. Die Reaktion von Microsoft ließ nur Stunden auf sich warten. Dann folgte das Dementi aller Kooperations-Spekulationen.
Thomas Knüwer kommentiert trocken in seinem Blog: "Und wieder geht eine heißlüftige Hoffnung der Verlage in Sachen Paid Content den erwarteten Gang ins Nirvana."

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