„X-Factor“: Auch Sat.1 wollte die Show

Neue Hintergründe zum "X-Factor"-Deal, der am Donnerstag bekannt wurde. Wie MEEDIA aus England erfuhr, war offenbar auch Sat.1 vor einigen Monaten kurz davor, das international bekannte Casting-Format einzukaufen, um es schon in der aktuellen TV-Saison auszustrahlen. Doch RTL, das "X-Factor" seit einigen Jahren mit Optionszahlungen für andere Sender blockierte, bot dem "X-Factor"-Produzenten Simon Cowell offenbar noch einmal mehr Geld, sodass nun Vox zum Zuge kommt.

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Die Mediengruppe RTL hatte sich schon im Jahr 2006 die deutschen Options-Rechte an "X-Factor" gesichert, wie RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger später in einem Interview mit DWDL.de erzählte. RTL hatte die Rechte aber nicht genutzt, um die Show tatsächlich auf den Schirm zu bringen, sondern offenbar erstmal nur dazu, sie nicht anderen Sendern zu überlassen. Simon Cowell, weltweit bekanntes Jury-Mitglied von Shows wie "X-Factor", "Britain’s got Talent" und "American Idol", sowie mit seiner Firma Syco Produzent von "X-Factor" war diese Nicht-Nutzung immer mehr ein Dorn im Auge.

Die Tatsache, dass RTL die Rechte nicht nutzte, wollte Cowell offenbar nicht mehr akzeptieren, eine weitere Optionsverlängerung ohne tatsächliches Produktionscommittment sollte es nicht mehr geben. Eine Rolle spielte dabei nach MEEDIA-Informationen ein direktes Angebot von ProSiebenSat.1 bzw. der German Free TV Gruppe, die für die aktuelle Sat.1-Offensive gern auch noch die Castingshow "X-Factor" eingekauft hätte. Man sicherte Cowell zu, die Show im Herbst diesen Jahres zu produzieren und die Rechte damit definitiv zu nutzen.

RTL wollte dieses Sat.1-Angebot nicht auf sich sitzen lassen und überbot es. Lieber wollte man die Show für viel Geld selbst zeigen, als sie der Konkurrenz zu überlassen. Ob die Tatsache, dass "X-Factor" nun hauptsächlich bei Vox zu sehen ist – RTL strahlt nur Start- und Finalshow aus – eine Notlösung ist, weil bei RTL nicht genügend Sendeplätze frei sind, wäre nur eine Spekulation. Sollte "X-Factor" bei Vox aber zu einem großen Erfolg werden, könnte sich Sat.1 gleich doppelt ärgern: Erstens, weil man die Rechte nicht bekommen hat – und zweitens, weil Vox dann Sat.1 bei den Marktanteilen so nahe wie nie zuvor kommen könnte.

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