Tablet-PC: Der seltsame Tod des CrunchPads

Es sollte die Krönung einer bemerkenswerten Karriere als Technologie-Guru werden: Nicht nur über die neuesten Trends wollte "TechCrunch"-Gründer Michael Arrington schreiben, er wollte sie auch setzen. Und zwar mit dem "CrunchPad", das Apples TabletMac zuvor kommen sollte. Doch daraus wird nun nichts: Nach rechtlichen Streitigkeiten mit der Entwicklungsfirma Fusion Garage verkündete Arrington das Ende des "CrunchPads" - und rechnet auf seinem Technologieblog ab.

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Es sollte die Krönung einer bemerkenswerten Karriere als Technologie-Guru werden: Nicht nur über die neuesten Trends wollte "TechCrunch"-Gründer Michael Arrington schreiben – er wollte sie auch setzen. Und zwar mit dem "CrunchPad", das Apples TabletMac zuvor kommen sollte. Doch daraus wird nun nichts: Nach rechtlichen Streitigkeiten mit der Entwicklungsfirma Fusion Garage verkündete Arrington das Ende des "CrunchPads" – und rechnet auf seinem Technologieblog ab.

Muss man sich Michael Arrington als einen verbitterten Menschen vorstellen? Es scheint fast so. Anfang des Jahres war es, als der 39-jährige frühere Internet-Unternehmer nach einer Spuckattacke auf dem "DLD" in eine einmonatige Auszeit flüchtete. Vorher hatte Arrington voller Bitterkeit in Richtung der Konkurrenz erklärt: "Wer immer ein Top-Blog macht, wird attackiert, so ist das nun mal. Aber die Community der Blogger sollte einmal darüber nachdenken, ob wir uns aus Wettbewerbsgründen weiter fertig machen wollen".

Zehn Monate später ist der Frust zurück. Zielscheibe ist diesmal nicht die Medienkonkurrenz, sondern ein Erfüllungsgehilfe aus der Technologiebranche – das Start-up Fusion Garage aus Singapur. "Gier, Neid und fehlgeleitete Kommunikation" habe den langersehnten TabletPC "CrunchPad" kurz vor dem eigentlichen Start sterben lassen.

Kündigung der Partnerschaft vorm Launch

Der stand tnämlich offenbar kurz bevor, wie Arrington in seinem wohl bittersten Blogeintrag "Das Ende des CrunchPads" schildert. Bis vor zwei Wochen sei noch alles nach Plan gelaufen, der TabletPC hätte am 20. November der Weltöffentlichkeit auf einer firmeneigenen Veranstaltung vorgeführt werden sollen.  

Doch dazu kam es nicht, weil Fusion Garage die Partnerschaft kurzerhand aufgekündigt habe und das Produkt nun selbst vertreiben wollte, wie Firmenchef Chandra Rathakrishnan Arrington auf Druck seiner Investoren schriftlich mitteilte.

Fusion Garage: Arrington den Status eines "Visionärs" zukommen lassen

Tatsächlich ist die eMail, die Rathakrishnan Arrington weiterleitete, an Dreistigkeit kaum zu überbieten. "Wir geben zu, dass Arrington und TechCrunch einen gewissen Wert in das Projekt eingebracht haben. Wenn er unseren Bedingungen zustimmt, würden wir Arrington gerne den Status eines Visionärs/Evangelisten/Marketing-Chefs sowie Fusion Garage die Berechtigung zum Erwerb und der Nutzung der Marke und des Namens ‚CrunchPad’  zukommen lassen. Ich persönlich denke nicht, dass der Name so wichtig ist, aber du scheinst recht verbunden damit zu sein."

Damit implodierte das Projekt, wie Arrington das Ende der einhalbjährigen Arbeit beschreibt, zumal beide Vertragspartner das CrunchPad offenbar ihr intellektuells Eigentum nennen. Gerüchten zufolge sollte der TabletPC zwölf Zoll groß sein und für nicht mehr als 300 Dollar in die Läden kommen. Technologie-Fans müssen sich damit weiter auf den Launch des mutmaßlich nächsten heißen Tech-Gadgets gedulden: Apples TabletMac soll Gerüchten zufolge auch erst im zweiten Halbjahr 2010 erscheinen.     

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