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Stimmen zum Aus für Nikolaus Brender

Die medialen Wellen nach der Nicht-Verlängerung des Vertrages von Nikolaus Brender haben sich noch nicht gelegt. Fast alle Kommentatoren sind sich sicher, dass der Fall zwei Verlierer hat: Die Politik und das ZDF. Neben Hans-Jürgen Jakobs ("SZ") oder Michael Hanfeld ("FAZ") meldete sich auch ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke zu Wort: "Aber vielleicht sollte ich nicht zu laut von Unabhängigkeit reden. Schließlich ist Brender heute wegen zu viel Unabhängigkeit über die Klinge gegangen."

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Hans-Jürgen‘>Sueddeutsche.de
„Im Selbstbedienungsladen – Union missbraucht ZDF. Damit ist klar, dass schon bald Peter Frey als Chefredakteur der Mainzelmännchen auftreten wird. Der Noch-Leiter des Hauptstadtstudios des ZDF gilt den Christdemokraten als ‚intelligenter Linker‘, wie es ein Rundfunkrat ausdrückt – als einer, der berechenbar ist. Nikolaus Brender, bollerig und selbstbewusst, war das nicht.“
Michael Hanfeld, faz.net
"Wir sind dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch gewissermaßen zu Dank verpflichtet. Nicht weil es gute Gründe für sein Verhalten gäbe, gegen Brender Front zu machen, im Gegenteil, es gibt keinen einzigen. Wohl aber, weil Koch die Sache durchgezogen hat und nicht wie der genauso agierende Edmund Stoiber in Deckung geblieben ist." Weiter schreibt er: "Denn spätestens jetzt weiß wieder jeder, wo beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, insbesondere beim ZDF, der Hammer hängt – bei der Politik, bei den Parteien."
Kai Gniffke (Chefredakteur ARD-Aktuell) im  Tagesschau-Blog
"Zunächst einmal haben wir Entscheidungen unserer Aufsichtsgremien zu respektieren. Rundfunk- und Verwaltungsräte sind nun mal keine Abnick-Gremien, die stets nur gefällige Entscheidungen treffen, die uns genehm sind. Und ich füge hinzu, dass auch Politiker in den Aufsichtsgremien ihren Platz haben, nicht zuletzt weil sie demokratisch legitimiert sind. So, bevor Sie jetzt aber denken, dass der  Gniffke ein serviler Polit-Schleimer ist und nun endgültig spinnt, noch zwei wichtige Zusätze: Erstens dürfen die Politiker die Aufsichtsgremien nicht dominieren, weil sonst Schluss ist mit der Staatsferne. Zweitens müssen Entscheidungen der Gremien transparent und nach sachgemäßen Kriterien fallen. Beides darf man bei der heutigen ZDF-Entscheidung in Zweifel ziehen."
Joachim Huber kommentiert im "Tagesspiegel"
"Die Politiker im ZDF-Gremium, heute die Schwarzen in der Mehrheit und morgen wieder die Roten, haben jenen, die der Parteienverdrossenheit frönen, einen echten Gefallen erwiesen. Roland Koch wird trotz und alledem zufrieden sein. Dem hessischen Ministerpräsidenten kann es in der Küche nicht heiß genug sein, er hat die gewünschte Antwort auf seine einzige Frage in der Causa Brender bekommen: Mit wem ist die Macht?" Huber beantwortet die Frage: "Mit Roland Koch, dem Machtpolitiker, dem Sieger. Möge schon morgen die krachende Niederlage mit ihm sein."

Bild.de spekuliert bereits über Brender-Nachfolger
"Als aussichtsreicher Kandidat gilt bislang der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Peter Frey (52). Weil aber auch der Journalist Frey einer Partei zuzuordnen wäre (er gilt als SPD-nah), wird auch eine Variante gehandelt, die ZDF-intern als Symbollösung gilt und weniger politische Brisanz beinhaltet." Das Boulevard-Portal bringt deshalb drei Frauennamen ins Spiel: Hanni Hüsch (52), Leiterin des ARD-Studios in Washington, Dagmar Engel (49), Chefredakteurin des Deutsche-Welle-TV und Verena Kulenkampff (56), Fernsehdirektorin des WDR.

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