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Erich Böhme stirbt im Alter von 79 Jahren

Der langjährige "Spiegel"-Chefredakteur und spätere Talkshow-Moderator Erich Böhme ist tot. Er starb, wie das Nachrichtenmagazin am Samstag mitteilte, im Alter von 79 Jahren. Böhme hatte den "Spiegel" von 1973 bis 1989 geführt und danach bundesweite TV-Bekanntschaft durch sein Sat.1-Format "Talk im Turm" erlangt.

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"Mit Erich Böhme verlieren wir einen herausragenden Journalisten, einen großartigen Kollegen, einen wunderbaren Menschen. Wir beim ‚Spiegel‘ haben ihm so viel zu verdanken. Wir werden ihn vermissen", erklärten die Chefredakteure Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron.
Böhme wurde im Februar 1930 in Frankfurt am Main geboren und schlug nach einem Wirtschaftsstudium die Laufbahn als Journalist ein. 1958 unterschrieb er einen Redakteursvertrag beim "Spiegel". 
Böhme wurde zunächst Wirtschaftskorrespondent und übernahm 1969 die Leitung des Ressorts. Vier Jahre später wurde er Nachfolger von Gaus als Chefredakteur des Nachrichten-Magazins. Als Höhepunkt seiner Karriere nannte Böhme selbst die Enthüllungen im Fall Uwe Barschel. 1987 erschienen unter Böhmes Verantwortung die Offenbarungen des Medienreferenten Reiner Pfeiffer über die Manipulationen des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten während des Landtagswahlkampfs.
Nach drei Jahrzehnten beim "Spiegel" wurde Böhme im Ende 1990 Herausgeber der "Berliner Zeitung", die er zur deutschen "Washington Post" formen wollte. Es blieb beim Versuch. Große Popularität erlangte Böhme in den 90er Jahren als TV-Moderator bei "Talk im Turm". Der "Spiegel" zitiert in seinem Nachruf eine Kritik der "Zeit": Böhme zeige, dass Talkshows am besten gelängen, "wenn die Leute einfach reden, und der Gastgeber sich zurückhält".
Böhme starb am Wochenende in Hamburg.

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