ZDF: Unions-Mehrheit kippt Brender

Seit fast einem Jahr wird über diese Personalie gestritten. Jetzt hat der ZDF-Verwaltungsrat endlich eine Entscheidung getroffen. Der Vertrag mit Chefredakteur Nikolaus Brender wird nicht verlängert. Damit hat sich die Unions-Mehrheit durchgesetzt. Diese Entscheidung ist auch eine Niederlage für Intendant Markus Schächter, der Brender für eine Vertragsverlängerung vorgeschlagen hatte. Der Vertrag des Chefredakteurs endet nun planmäßig im März 2010.

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"Ich bedaure das außerordentlich, weil ich mich mit guten Gründen für Nikolaus
Brender eingesetzt habe", sagt ZDF-Intendant Markus Schächter in einer ersten Stellungnahme. Weiter heißt es darin: "Er hat in den vergangenen zehn Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des ZDF geleistet und ist eine große Stütze im Team der Geschäftsleitung. Ich habe in der Begründung für Nikolaus Brender seine
publizistische Unabhängigkeit und journalistische Kompetenz herausgestellt, seine
souveräne Zukunftskonzeption für den Bereich der Aktualität und Information in der
digitalen Welt sowie seine solide Haushaltsführung, mit der er erhebliche
Einsparungen ermöglicht hat. 
Als mächtigste Gegner des Chefredakteurs galten die Unions-Politiker im Verwaltungsrat. Sie haben in dem Gremium aktuell eine klare Mehrheit von neun zu fünf Sitzen.

Fünf dieser 14 Sitze werden von den Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), Peter Müller (CDU), Kurt Beck (SPD), Matthias Platzeck (SPD) und dem ehemaligen bayerischen Regierungschef Stoiber besetzt. Die Bundesregierung entsendet Bernd Neumann (CDU). Die übrigen acht Sitze werden vom ZDF-Fernsehrat bestückt, in dem die Union fünf Verwaltungsräte stellt und die SPD drei.

SPD-Ministerpräsident Kurt Beck übte laut Spiegel Online direkt nach der Sitzung heftige Kritik an der Unionsmehrheit. Beck sagte, dass in der Sitzung "kein stichhaltiges Argument vorgetragen worden" sei, "das den Vorschlag des Intendanten entkräftet hätte". Der SPD-Politiker sieht das ZDF jetzt in einer "schwierigen Lage".

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