Anzeige

Ein Höllenjob & Diekmanns Tippfehler

Was soll nur werden, wenn Kai Diekmann sein Blog einstellt? Dann geht womöglich auch der Stoff für diesen Wochenrückblick aus. Diesmal ist der "Bild"-Chef erneut mit einer Episode dabei: Warum sagt Kai Diekmann in einem Video, dass Franz Josef Wagner auf einem Laptop tippt? Außerdem diese Woche: der Höllenjob des ProSiebenSat.1-Chefs Thomas Ebeling, der seltsame Aufreger um den Chefredakteur Sergej Lochthofen und seine Frau bei der "Thüringer Allgemeinen" und ein allerletztes Wort zum Bambi.

Anzeige

Eigentlich wollte ich nix mehr im Wochenrückblick über Kai Diekmanns Blog schreiben. Aber es geht einfach nicht. Dieses Video, als Diekmann Franz Josef Wagner in seiner Wohnung besucht. Unglaublich. Das ist so eine Art "Bauer sucht Frau" für Medien. Natürlich wird Wagner da ein bisschen vorgeführt, als alter Freak in Spießer-Strickjacke usw. Aber muss man mit so jemandem Mitleid haben? Eher nicht. Was mich aber mächtig aufgeregt hat, ist eine blöde Kleinigkeit. Diekmann entert also als Guerilla-Video-Blogger Wagners erstaunlich leere Wohnung. Die Kamera bewegt sich auf den Schreibtisch zu. Dort steht, klar und deutlich erkennbar, ein stinknormaler HP-PC, also ein Desktop-Computer mit Bildschirm und Tastatur. Kai Diekmann: "Du schreibst auf’m Laptop?" Wagner: "Ja." Diekmann: "Das ist ja der Hammer." Warum verwechselt Kai Diekmann einen Desktop PC mit einem Laptop? Jaja, das ist wirklich eine blöde, unbedeutende Kleinigkeit. Aber aus einem seltsamen, nicht zu benennenden Grund, beschäftigt mich das sehr.

Thomas Ebeling, der ehemalige Pharma-Manager, macht sich doch eigentlich gar nicht so schlecht als Chef der ProSiebenSat.1 Group. Man muss bedenken, was der Mann für einen Höllenjob hat. Steht unter Superdruck wegen der Schulden, der Quoten, der Werbung, den teuren Sat.1-Einkäufen, die nix bringen usw. Jetzt hat er sich vor die Mannschaft von N24 gestellt und klipp und klar gesagt, dass sich was ändern wird. Der Sender wird verkauft oder umgebaut. Zack, Bumm. Die strategische Entscheidung dahinter: Nachrichten bringen nix für die ProSiebenSat.1 Group. Das ist doch mal eine klare Ansage. Nachrichten wird es bei ProSieben und Sat.1 weiter geben, aber nicht jeder muss doch so tun, als habe man so eine Art deutsches Provinz-CNN auch noch im Portfolio. Vor allem da Anspruch (Nachrichtensender) und Wirklichkeit (Doku-Abspielstation) so offensichtlich auseinanderklaffen.

Seltsam, dieser Fall Lochthofen in Thüringen. Da schmeißt die WAZ-Gruppe den langjährigen Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen", Sergej Lochthofen raus. Angeblich geht es darum, dass die WAZ-Männer die Redaktionen von "Thüringer Allgemeinen", "Ostthüringer Zeitung" und "Thüringischer Landeszeitung" schrittweise zusammenlegen wollen. Das wäre auch nicht weiter verwunderlich. Lochthofen soll gegen einen solchen Kurs gewesen sein und muss nun gehen. Das kann man bedauern, aber es erscheint bei nüchterner Betrachtung auch verständlich. Es sind die berühmten "unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung".
Jetzt ist aber blöderweise Lochthofens Ehefrau gleichzeitig seine stellvertretende Chefredakteurin bei der "Thüringer Allgemeinen" und die soll auch weg. Lochthofen sieht rot und spricht von "Sippenhaft wie bei den Nazis" und "DDR-Strukturen". Aber mal ’ne ganz andere Frage: Wieso ist die Ehefrau des Chefredakteurs überhaupt gleichzeitig seine Stellvertreterin? Ist das nicht seltsam? Ohne die genauen Verhältnisse vor Ort zu kennen – selbst wenn sich das im Laufe der Zeit so ergeben hat – wäre es doch als Ehepaar klug, so eine Konstellation aufzulösen. Der Chef und sein Vize als Ehepaae – sowas gibt immer irgendwann Ärger.

Noch was? Ach so, Bambi! Burdas Budenzauber in Potsdam könnte wirklich eine Frischzellenkur vertragen. Es waren knapp gesagt zu viele Preise und zu wenig Abwechslung. Besonders auffallend war mal wieder, wie viele Mehrfach-Preisträger es gibt. Fast jeder Zweite erwähnte, dass er oder sie ja schon einmal das Bambi bekommen hätten. Es gibt einfach nicht genug Personal für so viele Bambis. Wäre es nicht besser, man streicht die Anzahl der Preisträger radikal zusammen? Der alte Spruch "Willst Du was gelten, mach Dich selten" – er könnte auch für das Bambi gelten.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige