Bauer entlässt Kommunikator Fritzenkötter

Hammer-Nachricht von Bauer – am Freitagmittag teilte das Medienhaus mit: "Andreas Fritzenkötter verlässt nach zehnjähriger Tätigkeit das Unternehmen." Der Verlag verwies auf eine "erfolgreiche Zusammenarbeit". Hintergrund seien "unterschiedliche Auffassungen über die Weiterentwicklung der Öffentlichkeitsarbeit" der Gruppe. Lapidar heißt es weiter: "Die Bauer Media Group dankt Andreas Fritzenkötter für seine langjährige Tätigkeit im Haus und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg."

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Der Schritt dürfte mit dem Generationswechsel im Hause zusammenhängen. Ab 1. Januar soll Yvonne Bauer, 32, das Medienhaus führen, der 70-jährige Verleger Heinz Bauer will sich dann aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Offenbar soll mit dieser Zäsur auch die Öffentlichkeitsarbeit neu gestaltet werden. Derzeit ist unklar, wer die treibende Kraft bei der Ablösung von Fritzenkötter war. Der langjährige Bauer-Kommunikator gilt als einer der renommiertesten Sprecher der deutschen Verlagsszene. Die Leitung des Bereiches PR wird nach Verlagsangaben "aktuell" nicht neu besetzt. Die operativen Aufgaben übernimmt Berit Sbirinda, stellvertretende Leiterin Unternehmenskommunikation.
Fritzenkötter war erst am Morgen aus Berlin nach Hamburg zurückgekehrt. In der Hauptstadt hatte der 51-Jährige am Vorabend der Bambi-Verleihung beigewohnt. Zu diesem Zeitpunkt wusste er dem Vernehmen nach bereits von der bevorstehenden Entlassung, allerdings nicht, wann die Personalie kommuniziert werden sollte. Am Mittwoch, so heißt es bei Bauer, habe ihn der Verleger über die Entscheidung persönlich in Kenntnis gesetzt.
Dies ist als Zeichen der Wertschätzung zu deuten. Die Verlagsdarstellung der Trennungsgründe und die Würdigung seiner Tätigkeit lässt zwischen den Zeilen indes keine übergroße Dankbarkeit erkennen. Offenbar war das Verhältnis zur Konzernführung in letzter Zeit erkaltet, hatte der Kommunikationschef die seinen Bereich betreffenden Dinge grundlegend anders bewertet als die Verlagsoberen.
Weiterer Auszug aus der Pressemitteilung: "Andreas Fritzenkötter hat in den letzten Jahren die Darstellung der Bauer Media Group in der Öffentlichkeit geprägt und den PR-Bereich im Unternehmen neu strukturiert. Hervorzuheben ist insbesondere auch die positive Entwicklung, die der Medienpreis Goldene Feder genommen hat; auch sie ist auf die Initiativen von Andreas Fritzenkötter zurückzuführen."
Fritzenkötter hatte seine journalistische Laufbahn als Redakteur bei der "Rheinischen Post" gestartet und war nach Jahren als Politikkorrespondent in Bonn vom damaligen Kanzler Helmut Kohl als Medienberater engagiert und ins Kanzleramt geholt worden. 1999 trat Fritzenkötter seinen Job bei Bauer an.

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