DSF steht nicht zum Verkauf

Der ehemalige DSF-Geschäftsführer Oliver Reichert will offenbar seinen alten Sender kaufen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" aus Unternehmenskreisen erfahren hat, soll der 38-Jährige der Constantin Medien AG ein Angebot gemacht haben. Gegenüber MEEDIA erklärte der Konzern: "Der Sender steht nicht zum Verkauf." Die Motivation Reicherts sei Trotz, mutmaßt die "SZ" und titelt die Geschichte mit: "Meins bleibt meins". Unterdessen leidet das Sportsegment bei Constantin weiter unter sinkenden Werbeeinnahmen.

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Angeblich hat Reichert der Constantin einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag geboten. Aus dem Konzernumfeld erfuhr MEEDIA nun, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Reichert habe lediglich gefragt, ob ein Verkauf vorstellbar sei. Ein konkretes Angebot habe es nicht gegeben. Reichert war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Oliver Reichert musste im Juli dieses Jahres seinen Hut als Geschäftsführer des DSF nehmen. Es hieß, er und der ebenfalls geschasste Sportvorstand Rainer Hüther hätten der Modernisierung des Senders im Weg gestanden. Das wurde aus dem Umfeld der beiden laut "SZ" stets dementiert. Ein anderes Gerücht besagt, dass Reichert und Hüther zu Bauernopfern wurden. Ihr Rausschmiss sei ein Signal des Constantin-Chefs Bernhard Burgener gewesen, der den Banken einen Neuanfang verkaufen wollte.
Doch dieser Neuanfang scheint nicht recht gezündet zu haben. Die Konzernzahlen für das dritte Quartal 2009 verraten deutliche Schwächen im Sportsegment. Laut Constantin blieb man dort "erheblich unter Plan". Das Loch in der Bilanz will das Unternehmen bis zum Ende des Jahres mit anderen Geldern stopfen. "Die im Segment Sport im Gesamtjahr 2009 erwartete Ergebnisabweichung gegenüber Budget im unteren zweistelligen Millionenbereich sowie die Kosten für Restrukturierung lassen sich durch den erwarteten Ertrag aus dem Abschluss der beiden Vergleiche mit den D&O-Versicherungen CHUBB und ACE im Zusammenhang mit den Klagen der Gesellschaft gegen frühere Organmitglieder mehr als kompensieren", heißt es in der Pressemitteilung der Constantin. Zudem müssen 42 Mitarbeiter aus dem gesamten Sportbereich das Unternehmen betriebsbedingt verlassen. Dafür sei ein Sozialplan ausgehandelt worden. 
Das gesamte Konzernergebnis nach Steuern fiel hingegen positiv aus. Constantin erwirtschaftete 3,6 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2009 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 356,3 Millionen Euro. Der Anstieg gegenüber dem Wert im Vorjahreszeitraum (224,3 Millionen Euro) ist auf die Vollkonsolidierung der Beteiligung an der Highlight-Gruppe (47,3 Prozent) zum 31. Juli 2008 zurückzuführen. Im dritten Quartal erreichte der Konzern einen Umsatz von 128,5 Millionen Euro (drittes Quartal 2008: 109,3 Millionen Euro).
Unterm Strich machte Constantin Medien nach neun Monaten einen Nettoverlust von 2,9 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug der Verlust 126,4 Millionen Euro. Separat im dritten Quartal belief sich das Nachsteuerergebnis auf 3,6 Millionen Euro (drittes Quartal 2008: -126,9 Millionen Euro). Der Ergebnisanteil der Anteilseigner erreichte nach neun Monaten -4,0 Millionen Euro bzw. -0,05 Euro je Aktie (unverwässert und verwässert) nach -126,8 Millionen Euro bzw. -1,77 Euro je Aktie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2009 geht der Vorstand der Constantin Medien AG von einem Umsatz von rund 500 Millionen Euro aus. Beim Konzernergebnis nach Steuern wird mit einem positiven Wert gerechnet, der zwischen vier und sechs Cent je Aktie liegen wird.

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