Spekulationen um Sky-Spitze

Schlechte Zeichen für Rupert Murdochs Bezahlsender Sky in Deutschland. Nach schlechten Zahlen für das dritte Quartal und einem stockenden Abo-Zugewinn, spekuliert der "Spiegel" über einen bevorstehenden Abgang von Sky-Chef Mark Williams. Der habe in kleinstem Kreis die Absicht geäußert, den Sender noch in diesem Jahr verlassen zu wollen, schreibt der "Spiegel". Für Sky wäre ein Abgang von Williams ein sehr schlechtes Signal. Die Geschäfte laufen bisher alles andere als erfreulich.

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So hat sich der operative Verlust des Bezahlsenders im dritten Quartal auf 88 Mio. Euro erhöht (Vorjahresquartal: -27 Mio. Euro). Zwar plant der Sender ohnehin erst im vierten Quartal 2010 den Break Even zu erreichen, aber selbst dieses Ziel erscheint immer wackeliger. Denn die Neugewinnung von Abonnenten stockt. Im dritten Quartal wurden nur 67.000 Abos netto dazugewonnen. Der Sender hatte im dritten Quartal rund 2,4 Mio. Abonnenten. Wie Sky bis zum vierten Quartal 2010 auf die benötigten 2,8 bis 3 Mio. Abos kommen will, ist nicht klar. Zumal der Sender auf eine Hochpreis-Strategie setzt, bei der pro Abonnent der Umsatz weiter gesteigert werden soll.

Der Sender sitzt in einer Strategie-Falle. Wird an der Preisschraube gedreht, um die Abos voranzubringen, sinkt der Umsatz pro Kunde. Bleibt der Kanal bei seiner Hochpreis-Strategie, fehlen die Abonnenten. So oder so, kommt nicht genug Geld in die Kasse. Laut "Spiegel" wird im Unternehmen der Ruf nach einem Manager laut, der sich im täglichen Abo-Geschäft besser auskenne als Williams. Der Murdoch-Manager habe den haarigen Sanierungsjob ohnehin nur James Murdoch zuliebe angetreten, dem Sohn von Patriarch Rupert Murdoch, der für die BSkyB-Sender der News Corp zuständig ist. Gut möglich, dass Williams mittlerweile gemerkt hat, dass Sky in Deutschland ein besonders schwerer Fall ist.

Der Vorgänger-Sender Premiere hatte unter Georg Kofler sein Heil darin gesucht, möglichst viele Abos, zur Not auch verbilligte, abzuschließen. Das hat nicht geklappt. Nun probiert des Murdoch-Mann Williams mit der umgekehrten Strategie und setzt auf teuer bezahlte Abos. Problem: So wie es bisher aussieht, klappt das auch nicht. Analysten beäugen den Fortgang bei Sky bereits äußerst kritisch. Sollte Williams in Kürze das Weite suchen würde dies als Bankrott-Erklärung gewertet werden. Der Beweis, dass reines Pay-TV in Deutschland funktioniert, ist immer noch nicht erbracht.
Die Abwanderungs-Spekulationen des "Spiegel" in Bezug auf Mark Williams werden von Sky dementiert.

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