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Döpfner: Keine Verhandlungen mit Microsoft

MEEDIA berichtet bereits in der vergangen Woche, dass sich offenbar kein deutscher Verlagsmanager konspirativ mit Microsoft traf, um über einer Kooperation mit der Suchmaschine Bing zu verhandeln. Am Wochenende bestätigte Springer-CEO Mathias Döpfner dies noch einmal. Im englischsprachigen Raum sieht die Gemengelage stattdessen anders aus. Laut "Financial Times" planen Murdochs Mediengruppe News Corp. und Bing eine gemeinsame Nachrichten-Attacke auf den Marktführer Google.

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Die Verhandlungen basieren auf den Microsoft-Angebot an News Corp. ("Sun", "Times", "WSJ") dafür zu bezahlen, wenn die Murdoch-Medien ihre Nachrichten-Inhalte künftig nur noch Bing zur Verfügung stellen. Knackpunkt der Gespräche ist laut "FT" wohl die Frage, wie Bing für den Content zahlen soll.

Murdoch ist gerade aktiv auf der Suche nach weiteren Einnahmequellen für seine Web-Angebote. Er scheint dabei eine zweigleisige Strategie zu fahren: Auf der einen Seite treibt er seine Paid Content-Pläne voran, auf der anderen Seite verhandelt er mit einem exklusiven Partner – Bing – der bereit wäre, ihm seine komplette Netz-Inhalte abzukaufen.

Die Verhandlungen werden auch von der deutschen Medienbranche mit großem Interesse verfolgt. Zahlt Bing für die News Corp.-Inhalte, wäre ein interessanter Präzedenzfall geschaffen und den einheimischen Verlagsführern würde sich eine Lösung aus der scheinbar auswegslosen Paid Content-Situation bieten. Stellen die Verlagsmanager ihre Web-Portale auf Paid Content um, verlieren sie einen Großteil ihrer Besucher und Werbeeinnahmen. Die zahlenden Kunden müssen den Ausfall auffangen. Da aber nicht alle deutschsprachigen Medien die Bezahlschranke herablassen werden, wird es die meisten Informationen auch weiterhin frei im Web geben.

Die entscheidende Frage lautet: Sind trotzdem genug User bereit zu zahlen? Die berechtigte Sorge der Verlage ist nun, dass die Antwort "Nein" lautet. Zahlen die Suchmaschinen jedoch künftig für die Nachrichten-Inhalte, braucht man kein Paid Content mehr.

Vor diesem Hintergrund wäre ein Treffen deutscher Medien-Manager mit Bing-Vertretern nicht abwegig – hat jedoch nie stattgefunden. Das bestätige Springer-CEO Mathias Döpfner noch einmal auf der gestrigen "Zeit"-Martinee in Hamburg.

Der Vorstandsvorsitzende gab jedoch zu, Steve Ballmer in München getroffen zu haben. Ziel des Meeting: Der Microsoft-Boss wollte Döpfner von den Vorzügen von Windows 7 überzeugen. Ein auswegsloses Unterfangen. Denn Döpfner gilt in der Branche als bekennenden Apple-Fan.

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