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iPhone-Apps im Länder-Ranking

Jeder Besitzer hat ein anderes iPhone. Denn obwohl Apple der Kundschaft nur eine Wahl zwischen wenigen Geräten bietet, schafft sich jeder Käufer mit Apps sein ganz individuelles Smartphone – überall auf der Welt. Dabei gibt es erstaunliche regionale Unterschiede. So scheinen ganze Regionen der Spielsucht verfallen, ein Volk am Mittelmeer denkt nur an Urlaub. Und die Deutschen bleiben weit unter ihren Möglichkeiten. Das verblüffende Fazit: Die Welt könnte sich ein Beispiel an den Ägyptern nehmen.

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In den USA, dem Mutterland der Apps und der Region mit der höchsten iPhone-Dichte, geht es den Nutzern ausschließlich um Unterhaltung ("Jelly Car 2" ist Nummer eins). Eine einzige App stört das Bild: Das Shopping-Tool ("Redlaser"). Auch in Japan dient das iPhone als Spielkonsole. Ganz vorne liegt das Arcade-Game "Ghosts’N’Goblins Gold Knights". Aber neben ihrem 3-D-Aquarium und Mah-Jong-Spiel verlangt es den Japaner nach pikanter Ablenkung in "Benikos geheimen Quellen", zu der eine junge Frau einlädt.

Deutschland enttäuscht. Die hiesigen iPhone-Besitzer scheinen sich von ihrem Taschencomputer wecken zu lassen, um sich dann ihrer Daddelsucht hinzugeben: "iHandy Wecker Pro" heißt die Nummer drei im kostenpflichtigen App Store, und "Moorhuhn Deluxe" ist die beliebteste iPhone-App der Deutschen. Und wenn sie ihr Dasein nicht dem Zeitvertreib mit "Doodle Jump" (Platz 2) weihen, shoppen sie mit "Redlaser" (7) oder prüfen die Kinoprogramme von Gelsenkirchen auf Druckfehler ("Kino.de", Platz 6). Immerhin zwei Medien-Apps bringen es in Deutschland bereits in die Top 100, wenn auch der kostenlosen Zusatzprogramme: n-tv (Platz 3), Handelsblatt (37).

Nicht die Franzosen sind es, die der Kochkunst ein Paradekissen in ihrem Leben reservieren. Aus unerfindlichen Gründen beschäftigen sie sich vor allem mit Geolokalisation, entgegen dem gelassenen Eindruck, den unsere Nachbarn erwecken, verlangt es sie ständig nach Auskunft über ihren eigenen Aufenthaltsort und Standpunkt. Und die Gaumenfreuden? – Es sind die Spanier, die mehr als andere Völker der Kunst des Essens und seiner Verfeinerung verfallen sind: Eine App für Kochrezepte und Lebensmitteleinkäufe steht ganz oben in ihrer Gunst. Auf Platz zwei befindet sich übrigens "Clock Radio" – ein Tool, um die Speisen minutengenau zuzubereiten.

Einen außergewöhnlichen App-Konsum zeigen die Griechen. Liegt es an der levantinischen Hitze? Hat ihre jahrtausendealte Kulturgeschichte zu Dekadenz und einer Verachtung profaner Arbeit geführt? Die meistverkaufte App in Griechenland heißt "iGreekHolidays". Die kleine Software listet alle Nationalfeiertage, Feste und Ferien bis ins Jahr 2040 auf.

Ein völlig anderes Bild liefert Ägypten. Nicht Spaß, Zeitverschwendung oder Nichtstun haben die iPhone-Besitzer am Nil im Sinn. Sie nutzen ihren Taschen-Computer, um mit dem Höchsten in Kontakt zu treten: Auf Platz eins steht die Arabische Bibel, auf Platz Zwei "Hadeeth Pro", eine App für Überlieferungen des Propheten Mohammed. So verhilft uns der App-Store zu der schönen Einsicht, dass Christen und Moslems eigentlich in Frieden und durch gemeinsame Interessen geeint auch heute gut zusammenleben können. Erst an dritter Stelle steht für die Ägypter das weltliche Vergnügen – "Pocket Gilfriend" ("Sie spricht! … Kommuniziere mit ihr"), das die Einsamkeit ägyptischer Männer durchbricht und dem Musikhören eine leicht erotische Note verleiht.

In Indien hat Musik einen höheren Stellenwert als in den meisten anderen Ländern, zwei Apps befinden sich in den Top 10, darunter "India Radio". Die beliebteste iPhone-App ist aber "Latest 100 Hindi Songs".

Auch in Israel kommt Musik auf Platz eins ("Israel Radio"). Außerdem das Landkarten-Tool "State of Israel". Orthodoxe Juden kaufen anscheinend keine Apple-Produkte, Religion spielt für israelische iPhone-Besitzer – anders für den Nachbarn Ägypten – keine Rolle.

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