Pressestimmen zu den VDZ-Zeitschriftentagen

Für zwei Tage trifft sich in Berlin die deutsche Zeitschriften-Elite und diskutiert über die Zukunft der Branche. "Die Frage, wie das Kerngeschäft der Zeitschriftenbranche zu definieren sei, war das zentrale Thema des ersten Tages der VDZ-Veranstaltung", fasst Kai Hinrich Renner seine Eindrücke für das "Abendblatt" zusammen. Alex Reiger von Techfieber kommt zu einem anderen Schluss. Er beobachtete vor allem eines: "Jammern auf sehr hohem Niveau". MEEDIA fasst die wichtigsten Pressestimmen zusammen.

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Techfieber.de schreibt:
Jammern auf sehr hohem Niveau: Die Print-Medien-Branche fürchtet die Konkurrrenz aus dem Internet und schärfere Werberestriktionen – und ruft die Politik um Hilfe. So der Tenor heute beim ersten Tag der VDZ-Zeitschriftentage in Berlin."

Kai-Hinrich Renner, "Hamburger Abendblatt":
Die Frage, wie das Kerngeschäft der Zeitschriftenbranche zu definieren sei, war das zentrale Thema des ersten Tages der VDZ-Veranstaltung. Gruner + Jahrs ("Geo", "Stern") Vorstandschef Bernd Buchholz brachte gar das Kunststück fertig, auf diese Frage während ein und derselben Podiumsdiskussion für sein Haus zwei unterschiedliche Antworten zu finden: Erst sprach er davon, dass Gruner + Jahr das "lukrative Kerngeschäft bei unseren Zeitschriften behalten" wolle. Dann identifizierte er das "Aufarbeiten und Sortieren von Informationen" als Kerngeschäft, das sein Haus auch Geschäftskunden schmackhaft machen will. Gruner + Jahr möchte künftig nicht nur Zeitschriften produzieren, sondern auch Unternehmen mit Fachinformationen beliefern.

Sonja Pohlmannd, "Tagesspiegel": 
Es ist gerade mal ein Jahr her, dass Bernd Buchholz beim Zeitschriftenkongress des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Berlin ein zynisches Bild für die in der Krise steckende Verlagsbranche prägte: Man müsse den Leuten auf dem Sonnendeck sagen, dass sie ihre Liegestühle und Drinks beiseitestellen, sagte Buchholz, damals noch Zeitschriftenvorstand des größten europäischen Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr („Stern“, „Brigitte“).
Als Buchholz, inzwischen G+J-Vorstandschef, am Montag nun wieder bei dem VDZ-Kongress zu Gast war, sah er das „Sonnendeck“ zwar weiterhin verschlossen – zeigte sich aber hinsichtlich der Entwicklung der Branche zumindest langfristig optimistisch. Print werde auch in Zukunft profitabel bleiben. Allerdings müsse sich die Branche den veränderten Strukturen in der digitalisierten Welt anpassen: „Das wird kein Zuckerschlecken“, sagte Buchholz. Die Wirtschaftskrise habe den Strukturwandel der Branche „dramatisch beschleunigt“

Christian Meier, Kress.de
Gegen Werbeverbote wetterten Burda wie Buchholz. Letzterer appellierte an den mündigen Verbraucher, der keine Belehrungen auf Werbebotschaften brauche. Zitat Buchholz: "Wenn Sie heute abend in einer Bar um eine Frau werben, weisen Sie ja auch nicht auf Ihre Nachteile hin." Beweisaufnahme abgeschlossen.

Welt Online:
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) fordert von der Politik mehr Unterstützung. Insbesondere dürfe sie "die Werbefreiheit nicht weiter einschränken", sagte Verbandspräsident Hubert Burda zu Beginn der VDZ-Zeitschriftentage in Berlin. Er spielte damit auf eine anstehende EU-Entscheidung an, nach der Hersteller von Elektrogeräten dazu verpflichtet würden, das sogenannte Energielabel in Werbeanzeigen komplett zu drucken. Dies könnte sich negativ auf die Bereitschaft der Unternehmen auswirken, in Anzeigen zu investieren. Darüber hinaus sprach sich der VDZ für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Printprodukte aus.

Stern.de
"Mich trifft der Schlag" – mit diesen Worten beschrieb Burda seine Reaktion auf die deutsche Enthaltung im EU-Ministerrat, der Informationen zum Energieverbrauch von Elektrogeräten wie schon im Handel auch in der Werbung vorschreiben will. Laut VDZ wird mit weiteren Werbeeinschränkungen die ohnehin schwierige Finanzlage der Presse weiter verschärft.
Burda sprach sich auch für ein Abkommen mit der Suchmaschine Google über die Nutzung journalistischer Inhalte im Netz aus. Im Zuge des Google-Erfolgs seien die Werbebuchungen der Printmedien "dahingeschmolzen". Man müsse sich vor allem über eine faire Aufteilung der Gewinne unterhalten. Denkbar sei, dass Bezahlmodelle vor allem für spezielle Themen funktionierten.

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