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P7S1: Werbung gegen Umsatzbeteiligung

Die Anzeigenkrise macht offenbar erfinderisch. Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 versucht jetzt auf neuen Wegen Restzeiten bei der TV-Werbung zu vermarkten. Dazu wurde eine Plattform im Web gegründet: SevenBrandVentures. Junge Unternehmen bewerben sich direkt auf der Website und erhalten Unterstützung bei der Konzeption und Produktion von Werbespots. Diese werden anschließend bei den Sendern der Gruppe ausgestrahlt. Der Clou: ProSiebenSat.1 bekommt kein Geld, sondern erhält eine Umsatzbeteiligung.

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"Wir können zwölf Minuten Werbung pro Stunde verkaufen, sind aber nicht ausverkauft. Um die übrige Zeit angemessen zu vermarkten, suchen wir Partner, denen wir diese Zeiten ohne direkte finanzielle Gegenleistung zur Verfügung stellen", sagt Marcus Prosch, Leiter der Unternehmenskommunikation der ProSiebenSat.1-Tochter MM MerchandisingMedia, die für SevenBrandVentures verantwortlich ist.

Das Ziel der Internetplattform ist es, noch verfügbares Werbeinventar gewinnbringend einzusetzen. Im Gegenzug wird die MM MerchandisingMedia an den erzielten Erlösen beteiligt. Das Angebot für die Unternehmen beinhaltet auch die Entwicklung eines Marketingplans inklusive der Konzeption und der Produktion von Werbespots, die Mediaplanung, Buchung und Auswertung. Die Resonanz sei groß, sagt Prosch. Bereits wenige Wochen nach der Ankündigung des ProSiebenSat.1-Vorstandsvorsitzenden Thomas Ebeling bei Summerscreeing der Senderfamilie in Düsseldorf meldeten sich erste Interessenten. Bislang habe man etwa 20 Projekte umgesetzt beziehungsweise in der Implementierungsphase. 40 seien denkbar, so Prosch.

Auf der Website von SevenBrandVentures können sich junge Unternehmen mit ihrem Business-Plan direkt bewerben. Eine der Bedingungen: Es müssen TV-Neukunden sein. "Wir nehmen nur Firmen an, die noch nicht im TV geworben haben", erklärt Prosch. Die bereits bestehenden Kooperationen beziehen sich auf den Zeitraum 2009/2010. Bei der Auswahl der Firmen handelt es sich generell um Branchen, die sich eignen im Werbeumfeld der ProSiebenSat.1 Group präsent zu sein. "Es macht keinen Sinn, fernseh- und zielgruppenfremde Produkte zu bewerben, wenn sie die Zielgruppe nicht finden", sagt Prosch.

Das Angebot richtet sich nicht nur an Online-Start-ups. Dass TV-Werbung für Internet-Angebote schwierig ist, musste ProSiebenSat.1 bereits schmerzhaft erfahren. So spendierten die Münchener bereits ihrer hauseigene Social Community Lokalisten.de unzählige Werbeplätze. Der geschätzte Gegenwert belief sich dem Vernehmen nach mindestens auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Das Wachstum der Community konnte dadurch im Vergleich zur VZ-Gruppe oder Facebook, die keine TV-Werbung schalteten, nicht signifikant gesteigert werden.

Zu den ersten Projekten gehören zum Beispiel eine Kampagne für die neue Chronographen-Kollektion "Primus" des traditionellen Uhrenherstellers Hanhart oder ein 30-sekündiger TV-Spot für Kijimea, eine rezeptfreie Immunkur. Zudem wurde eine Kampagne für den ersten Outlet-Online-Shop Sneakerloft für Turnschuhe gestartet.

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