Microsoft sucht Bündnis mit Zeitungen

Plant Microsoft eine Allianz mit den Zeitungsverlagen, um eine gemeinsame Front gegen Google zu errichten? Ein Geheimtreffen zwischen Microsoft-Managern und Vertretern europäischer Verlage – darunter Axel Springer – befeuert Spekulationen, Microsofts Suchmaschine Bing könnte den Medienunternehmen bevorzugte Behandlung oder sogar bares Geld anbieten, wenn sie gleichzeitig ihre Inhalte für Google sperren. Genau dies hat Rupert Murdoch gerade für sein Imperium angekündigt. Zufall?

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Am Dienstag vergangener Woche traf sich nach Informationen von "TechCrunch Europe" Microsofts England-Chef Peter Bale mit einer Gruppe von Verlegern aus ganz Europa. Bale, ehemals Online-Chef der "Times" und mit Journalisten vertraut, soll den Managern zunächst ein technisches Konzept präsentiert haben, ihre Inhalte in Bing einzubinden. Dabei geht es um ein von US-Verlagen entwickeltes Web-Protokoll namens "ACAP" (Automated Content Access Protocol), das Inhalte-Anbietern eine bessere Kontrolle gibt, was wie von Suchmaschinen gefunden und präsentiert. Microsoft will die weitere Entwicklung dieses Protokolls, das manche als "DRM für Zeitungsseiten" bezeichnen", finanziell unterstützen.
Offenbar gehen die Avancen des Software- und Internetunternehmens aber wesentlich weiter. "Techcrunch"-Chef Michael Arrington spekuliert bereits, Microsoft könnte sich die Allianz im Kampf um Such-Marktanteile einiges kosten lassen: Die Verleger, speziell die deutschen, sind ohnehin auf Konfrontationskurs mit Google – da  könnte man sie womöglich ganz auf die "Bing"-Seite ziehen. Microsoft müsste dann in etwa das an die Verlage zahlen, was sie auf der anderen Seite durch Traffic-Verlust bei Google einbüßen.
Google, so mutmaßt auch FAZ-"Netzökonom" Holger Schmidt, müsste dann womöglich  nachziehen und den Verlagen das anbieten, was sie einstweilen vergeblich fordern: Geld von der führenden Suchmaschine für die Nutzung ihrer Inhalte . 
Techcrunch-Blogger Arrington glaubt zwar weiterhin nicht, dass den traditionellen Medien online zu helfen ist, sieht Microsofts Vorgehen aber als geschickten Schachzug: "Wenn Wall Street Journal und  New York Times nur noch über Bing zu finden sind, ist das für Mainstream-Nutzer plötzlich ein starkes Argument, zu Bing zu wechseln."

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