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Ein Jahr Galgenfrist für Brender?

Laut "Berliner Zeitung" zeichnet sich in dem Streit um die Vertragsverlängerung für ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender ein halbgarer Kompromiss ab. Brenders Vertrag könnte nur um ein Jahr - statt der üblichen fünf - verlängert werden. So könnte ZDF-Intendant Markus Schächter, der sich für eine Verlängerung einsetzt, sein Gesicht wahren und der von CDU/CSU dominierte Verwaltungsrat wäre den ungeliebten Brender trotzdem früher los.

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Unter Führung von Hessens CDU-Ministerpräsident Roland Koch betreibt der Verwaltungsrat des ZDF seit Monaten die Demontage von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Die Unions-Politiker im Verwaltungsrat wollen Brender los werden, weil der sich parteipolitisch nicht einordnen lässt. Unter Brender wurde der ehemalige SPD-Kanzler Gerhard Schröder im ZDF genauso abgekanzelt wie die Wahlkampagne vom ehemaligen CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber kritisiert.

Nun ist Brender aber der erklärte Wunschkandidat von ZDF-Intendant Markus Schächter und dieser hat öffentlich immer wieder betont, Brender für eine weitere Amtszeit vorzuschlagen. Die Lage ist verfahren, beide Seiten rücken von ihren Positionen nicht ab. Eine deutlich verkürzte Amtszeit von einem Jahr oder zwei Jahren für Brender wäre da ein typischer Kompromiss, denn alle als Erfolg für sich verbuchen könnten – außer Nikolaus Brender.

Markus Schächter könnte Brender vorschlagen, der Verwaltungsrat könnte zustimmen und nach ein oder zwei Jahren einen neuen Chefredakteurs-Kandidaten auskungeln. Diesmal aber einen, der sich leichter "führen" lässt. Sollte es soweit kommen, wäre auch ein solcher Kompromiss ebenso ein Armutszeugnis für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie die sofortige Absetzung Brenders. Am 27. November tagt der Verwaltungsrat des ZDF in Berlin.

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