US-Behörde: „Wildwest“ im Gesundheits-Web

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde will stärker in die "Wildwest"-Verhältnisse bei Medizin- und Pharma-Informationen im Internet eingreifen. Das zeichnet sich bei einem Hearing der Food and Drug-Adminstration (FDA) in Washington ab. Die FDA hatte zuvor 14 große Pharmaunternehmen wegen ihrer Online-Werbung und PR-Methoden im Netz verwarnt.

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Während Pharma-Werbung in Printmedien und TV in den USA ähnlich stark reglementiert ist wie in Europa, herrscht über die Informationspflicht im Internet große Unsicherheit. Der mächtigen FDA stellen sich dabei auch ganz praktische Probleme: Wie soll man eine vorgeschriebene Aufklärung zu einem Produkt in 140 Zeichen bei Twitter unterbringen? John Mack, Redakteur des Newsletters "Pharma Marketing News", hat dafür einen ernstgemeinten Vorschlag: Die FDA soll eine Art digitalen ID-Code für bestimmte Themen verlangen, um zum Beispiel Diskussionen bei Twitter oder in Blogs kontrollieren zu können.
Das Problem für die FDA: Ihre Kontrollmöglichkeiten im Netz sind noch nicht definiert, zugleich nimmt die Selbstdiagnostik durch Laien stetig zu. Ein erster Schritt könnte die Vergabe eines Qualitätszertifikats für Websites sein.
Das Hearing wird am Freitag fortgesetzt, auf der Teilnehmerliste stehen auch Vertreter von Google, Yahoo und Wikipedia. Ein Schwerpunkt wird dann "social media" sein, der Umgang mit medizinischen Information in Netzwerken.

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