Print-Marken hinken im Web hinterher

Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants (beriet bereits u.a. die Verlagsgruppe Handelsblatt) hat eine Studie über den Web-Erfolg von traditionellen Medienmarken veröffentlicht: "Online vs. Offline". Ergebnis: Die meisten Print-Titel schaffen es nicht, mehr Nutzer online zu erreichen als über Print. Vorreiter ist Spiegel Online, das annähernd so viele Leser/Nutzer erreicht wie der gedruckte "Spiegel". Die Verlage, die bisher die meisten Online-Nutzer erreichen, sind Axel Springer und Burda.

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Den zweithöchsten Anteil an Online-Nutzern hat "Focus". Die größte Aufholjagd (fünf Prozentpunkte) hat "Bild" hinter sich. Mittlerweile steuert Bild.de 32 Prozent zur gemeinsamen Online/Offline-Reichweite der Marke "Bild" bei. Eine besonders schwache Online-Reichweite weisen laut der Studie TV-Zeitschriften und "Bild der Frau" auf. Mit elf Prozent Online-Anteil ist "TV Movie" noch die erfolgreiche TV-Printmarke im Netz, "Bild der Frau" erreicht gerade mal zwei Prozent der gesamten Marken-Reichweite über das Internet. Interessant aber wenig überraschend: ein Technik-orientiertes Angebot wie Chip.de erreicht nur online mit 5,9 Millionen Nutzern mehr Menschen als Spiegel Online und Bild.de. Die Print-Reichweite der gedruckten "Chip" ist aber wesentlich geringer.

Betrachtet man die Entwicklung nach Verlagen sortiert, so schneiden Axel Springer und Burda am besten ab. In beiden Häusern macht der Online-Anteil knapp ein Drittel der Gesamtreichweite aus. Springer verbesserte sich um zwei Prozentpunkte, Burda um vier. Bei Burda liegt die deutlich höhere Quote an Online-Nutzern auch daran, dass der Verlag mehr Print-Reichweite verloren hat als Springer. Gruner + Jahr baut seine Online-Reichweitenquote um zwei Prozentpunkte auf 19 Prozent aus, die Bauer Media Group liegt mit acht Prozent Online-Quote deutlich hinten.

Einen weitaus höheren Anteil an Online-Lesern verzeichnen die großen Tageszeitungen. Bei der "Süddeutschen Zeitung" liegt der Anteil der Online-Nutzer bei stolzen 72 Prozent (plus sieben Prozentpunkte), bei der "FAZ" bei 66 Prozent (minus ein Prozentpunkt). So schön wie eine hohe Online-Reichweite für die Medienhäuser ist – das Problem, wie sich die vielen Web-Nutzer zu Geld machen lassen, bleibt erhalten.

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