Robert Enkes Selbstmord: das Medienecho

Spielerkollegen, Freunde und Fans haben fassungslos auf den Selbstmord des Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke reagiert. Die Trauer um den Profi von Hannover ist auch das beherrschende Thema in den Medien. Neben der Würdigung eines Ausnahmeathleten, der nur 32 Jahre alt wurde, steht die Frage nach dem Motiv im Vordergrund der Berichte. Nachrufe und Hintergrund-Artikel zeichnen das Bild eines Prominenten, der im Leben trotz des sportlichen Erfolgs schon viele Schicksalsschläge hinnehmen musste.

Anzeige

Zeit Online: „Im Kreise der Nationalmannschaft genoss der Torhüter von Hannover 96 ein starkes und gutes Ansehen. Enke wurde gemocht wegen seiner ruhigen, nachdenklichen aber auch fairen und kritischen Art.“
Stern.de: „Der Selbstmord von Robert Enke ist die größte Tragödie in der Geschichte des deutschen Fußballs. Verloren geht nicht nur ein herausragender Torhüter.“
Spiegel Online: „Deutschland trauert um einen der besten Bundesliga-Torhüter.“
„Süddeutsche Zeitung“: „All die Turbulenzen, die er in der Fremde erlebte, das Chaos bei Fenerbahce Istanbul, das Reservistendasein beim FC Barcelona, die Anonymität beim Zweitligisten CD Teneriffa, verblasste hinter dem schwersten Schicksalsschlag, der einen Menschen treffen kann. Im Jahr 2006 starb Enkes Tochter Lara im Alter von zwei Jahren an einem angeborenen Herzfehler … Erst jetzt lässt sich ermessen, wie sehr die zahlreichen Rück- und Niederschläge im Torwart und Menschen gearbeitet haben müssen.“
Focus Online: „ Enke folgt seiner Tochter in den Tod.“
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Er war immer der etwas andere Torwart: kein Gladiator, kein Titan, kein Showman. Robert Enke war nüchtern in seinem Spiel, bescheiden und bodenständig in seinen Aussagen und dazu jederzeit selbstkritisch.“
„Hamburger Abendblatt“: „Enke war kein Mensch für Sensationen, sein Wertesystem umfasste schon immer weit mehr als Siege oder Tore. ‚Robert ist ein offener Mensch mit vielen Fragen’, sagte sein Vater einmal, ‚er ist intellektuell gut bestückt, hat eine soziale Ader.’ … Dass Robert Enke nicht in die Schublade des Prototyps Fußballer passte, wurde schon sehr früh deutlich. Als er 2003 vom FC Barcelona zu Fenerbahce Istanbul wechselte, wurde er im ersten Pflichtspiel von den – über den Abgang ihres Lieblings Rüstü enttäuschten – türkischen Fans mit Bierflaschen beworfen. Er löste seinen Vertrag auf und flüchtete arbeitslos zurück nach Barcelona, wo seine Frau Teresa und die Hunde warteten. Ein halbes Jahr ohne Beruf und ohne Gehalt – Enke durchschritt zum ersten Mal ein großes Tief.“
„Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ): „ Menschen wie Enke wähnen wir auf der Sonnenseite des Lebens. Er selbst, einer der selten gewordenen leisen Stars, hatte die brutale Kehrseite aber schon kennengelernt, als er seine zweijährige Tochter verlor.“
Ewald Lienen, Ex-Trainer von Robert Enke: „Für uns alle ist es ein unfassbarer Schlag, den wir kaum in Worte fassen können. Dass er in so einer Situation war, so etwas ins Auge fassen konnte, tut mir unendlich leid und unendlich weh."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige