fischerAppelt: „Wir spielen nicht Verkaufen“

Umbau bei Deutschlands größter inhabergeführten PR-Agentur: fischerAppelt stellt sich neu auf und fasst das Kerngeschäft PR in der neuen Unit fischerAppelt, relations zusammen. Die Agenturgründer Andreas und Bernhard Fischer-Appelt wechseln zum 1. Januar 2010 in den Vorstand der ebenfalls neu gegründeten fischerAppelt AG. Die Gründe für diesen Schritt, die Rolle von Social Media in der PR und warum 2010 nicht alles gut, aber vieles besser werden wird, erklärt Agenturchef Bernhard Fischer-Appelt im Interview.

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Warum die Ausgliederung des eigentlichen Herzstücks der Agentur in eine eigene PR-Unit?

Die neue Struktur ist mit sehr langer Hand sorgfältig vorbereitet. Es ist jetzt wichtig, die PR Agentur unter neuen Namen und neues Management zu stellen, weil es Zeit ist, den großen Veränderungen in der Medienlandschaft Rechnung zu tragen. Wir wollen neuen Fokus auf PR. In einer Branche, in der die meisten Agenturen über "Unternehmensberatung für Kommmunikation" und "Kommunikationsmanagement" reden, wollen wir ganz bewusst und mit großem Stolz das Wort Public Relations in den Mund nehmen. Wir sehen PR als eine der, wenn nicht die chancenreichste Kommunikationsdisziplin an.

Es heißt in der Pressemitteilung, die neuen Kommikationsformen des Social Media-Zeitalters – Facebook, Twitter & Co – hätten maßgeblich zur Gründung von fischerAppelt, relations geführt, weil sie auch die PR-Branche nachhaltig verändern würden.  Inwiefern?

Wir nehmen einen Paradigmenwechsel wahr: Heute involvieren sich die Menschen mehr, kommunizieren selbst. Alles wird schneller, persönlicher. Und dennoch entscheiden über Relevanz immer noch klassische Medienmarken, gleich ob in Print, TV oder Online. In dem Zusammenspiel dieser Marken und der öffentlichen Meinung sehen wir neue Möglichkeiten und neue Kompetenzen der PR. Es gibt heute neue, dialogorientierte Wege, Themen zu setzen und Relevanz zu gewinnen.

Bedeutet der Wechsel in die AG für Sie einen Rückzug aus dem
operativen PR-Geschäft – also etwa: bei der Kundenakquise?

Nein. Wir wollen weiterhin in ausgewählten Mandaten aktiv bleiben und zwar disziplinübergreifend. Wir sehen im Gegenteil die Chance, in einer Landschaft managementgeführter Agenturen in unserer Gruppe die unternehmerische Würze und Handschrift stärker und klarer einbringen zu können als wenn wir alles versuchen selbst zu machen.

Der Schritt der Umfirmierung zur Aktiengesellschaft wird in der
Branche Gerüchte lostreten. Sind ein Börsengang oder ein
(Teil-)Verkauf der Agenturgruppe (oder Teilen) Gedankenspiele?

Es gibt die Aktiengesellschaft Everpublic AG als Holding bereits seit 2001. Nun wird sie umbenannt in fischerAppelt AG, was markentechnisch konsequent ist und insgesamt auch neuen Schwung und neue Möglichkeiten für integrierte Kommunikation mit sich bringt. Wir spielen nicht Verkaufen. Noch nicht mal in Gedanken. Schon eher würden wir uns gerne weiter mit starken Partnern erweitern.

fischerAppelt ist bislang gut durch die Medienkrise gekommen und
konnte den Honorarumsatz im vergangenen Geschäftsjahr zweistellig
steigern. Wie verläuft die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr –
und welche Ziele haben Sie für 2010?

Krisen sind Zeiten des Entwickelns und Säens, nicht Zeiten des Erntens. Wir sind froh über die insgesamt gute Geschäftsentwicklung und rechnen mit einer Seitwärtsbewegung im genannten Zeitraum. In 2010 wird nicht alles gut, aber vieles besser werden. Es wird zu einer Marktkonsolidierung kommen, die für uns durchaus Potenziale hat.

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