ARD-Programmjahr 2010: Sport ist Trumpf

Der ARD-Vermarkter AS&S (ARD-Werbung Sales & Services) lud gestern zur Programmvorschau für 2010 in die Hamburger Speicherstadt. Die Location war ganz in blau gehüllt, doch die Verantwortlichen schienen alles andere als den Blues zu haben. Dem Ersten steht mit den Olympischen Winterspielen und der Fußball-WM ein Sportjahr der Superlative ins Haus. Zudem setzt man auf aufwendig produzierte Spielfilme und die Serien im Vorabendprogramm. "Wir sind kein 17-bis-20-Uhr-Sender" sagt Geschäftsführer Uwe Esser.

Anzeige

Starten wird das Sport-Fernseh-Jahr mit den Olympischen Spielen im Kanadischen Vancouver. Das Ereignis findet vom 12. bis 28. Februar statt. Vor Ort existiert ein Werbeverbot, im TV verspricht die ARD allerdings exklusive Werbeflächen und garantiert starke Leistungswerte. Auch auf die Fußball-WM in Südafrika freuen sich die ARD-Vermarkter. Das WM-Umfeld sei extrem werbefreundlich, vor allem, weil sich Südafrika in derselben Zeitzone befindet und somit keine ungewohnten Sendezeiten anfallen.

Die Preise stehen bereits fest. Werbezeiten etwa in den Halbzeitpausen kosten je nach Uhrzeit und Paarung zwischen 54.000 Euro und 258.000 Euro. Die offizielle Verkaufsphase für die Fußball-WM beginnt am 4. Dezember, nach der Endrundenauslosung. Auch bei den Olympischen Spielen in Vancouver sind die Preise bereits festgelegt. Ein 30-Sekunden-Spot kostet je nach Platzierung, Umfeld und Ausstrahlungszeitpunkt zwischen 9.000 Euro und 55.500 Euro. Geschäftsführer Esser augenzwinkernd in Richtung Werbetreibende: "Wer jetzt nicht bucht, ist selber schuld."

Ohnehin scheint Sport im Ersten eine tragende Rolle einzunehmen. Die Sportschau erreicht einen Marktanteil von 48,3 Prozent bei den Entscheidern, 28,5 Prozent der männlichen Zielgruppe im Alter zwischen 20 und 49 Jahren. Das entspricht einem leichten Rückgang des TKP (Tausend-Kontakt-Preis) bei den 14- bis 49-Jährigen von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch im kommenden Jahr setzte das Erste auf hochwertige Unterhaltung. So läuft nächsten Herbst eine achtteilige Krimi-Reihe von Regisseur Dominik Graf in der Primetime: "Im Angesicht des Verbrechens". Die aufwendig produzierte Serie werde "im nächsten Jahr alle Preise gewinnen", ist sich Dietmar Pretzsch, Direktor Programm-Marketing, sicher. Außerdem zeigt man sieben weitere Film-Highlights: "Die Päpstin", "Romy", "Rosanas Tochter", " "Wüstenblume", "Das weiße Band", "Kennedys Hirn" sowie "Glanz und Gloria", der aber unter dem Titel "Gier" ausgestrahlt wird.

Die Vorabendserien stehen weiterhin hoch im Kurs bei der ARD. Mit "Sturm der Liebe" böte das Erste das erfolgreichste Format Europas und damit ein besonders attraktives Werbeumfeld. Die Serie erreicht in Deutschland einen Marktanteil von 37,6 Prozent bei Frauen ab 14 Jahren, inzwischen läuft "Sturm der Liebe" in 20 Ländern Europas.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige