Bei der RTL Group steigt der Gewinn wieder

Zumindest die RTL Group darf Hoffnung auf ein Ende der Werbekrise schöpfen. Für das dritte Quartal meldet Bertelsmanns TV-Konzern wieder einen deutlich gestiegenen operativen Gewinn. Das EBITA kletterte um 22,7 Prozent auf 92 Mio. Euro. Übers Jahr gerechnet kann der jüngste Anstieg den Rückgang aber noch nicht wettmachen. Von Januar bis September erwirtschaftete die RTL Group beim EBITA 410 Mio Euro, ein Minus von 28,9 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet RTL-Group-Chef Gerhard Zeiler mit schwarzen Zahlen.

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Im ersten Halbjahr 2009 hatte die RTL Group unterm Strich einen Verlust von 105 Mio. Euro verbucht. Im Jahr zuvor stand noch ein Netto-Gewinn von 338 Mio. Euro in den Büchern. Im dritten Quartal sei ein klar positives Netto-Ergebnis erwirtschaftet worden. Wieviel unterm Strich genau in der Kasse blieb, wollte Zeiler aber nicht sagen.
Während die konkurrierende ProSiebenSat.1 Media AG mit der Schuldenlast von über drei Milliarden kämpft, um Marktanteile ringt und im dritten Quartal wieder in die roten Zahlen gerutscht ist, steht die RTL Group vergleichsweise stabil da. Das deutsche Free-TV-Flaggschiff RTL holte unter der Führung von Anke Schäferkordt im September und Oktober sogar die besten Marktanteils-Ergebnisse seit 2004. Besonders erfolgreich für die RTL Group läuft das internationale Casting-Format "Got Talent", das bei RTL Deutschland als "Das Supertalent" zu sehen ist. In England ist die Casting-Show "X-Factor" ein Quotenhit.

Das Werbegeschäft im September und Oktober sei besser gelaufen als in den vorangegangenen acht Monaten, teilte die RTL Group mit. Eine Prognose traut man sich aber nicht abzugeben. Zu unsicher sind die Zeiten. Es soll vorsichtshalber weiter gespart werden. Auch darin ist die RTL Group Meister. Von Januar bis September wurden die Kosten bisher um 289 Mio. Euro gedrückt. Damit hat die RTL Group noch härter gespart als ProSiebenSat.1. Dort sanken die Kosten in den ersten drei Quartalen um 193,2 Mio. Euro.

Besonders Hartmut Ostrowski in der Bertelsmann-Zentrale dürfte sich über die neuen Zahlen der RTL Group freuen. Kaum ein Medienkonzern bekommt den Spagat zwischen Sparen und Reichweiten-Steigerung derzeit so gut hin, wie der Vorzeige-TV-Konzern. Die Bedeutung der RTL Group für das Haus Bertelsmann dürfte noch nie so groß gewesen sein, wie in diesem Jahr. Ostrowski ist darauf angewiesen, dass die Cash-Cow RTL Group weiter Frischgeld liefert.

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